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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Bestimmg. d. Zusammensetzung, der Molekel- u. Ronstitutionsformel. 343

welchen gleichfalls durch die Elementaranalyse die einfachste Formel CH„0zukommt, so ist es wahrscheinlich, daß deren Mol.-Gew. versch. sind.

Nach dem spezif. Gewicht ihres Gases, sowie nach ihrem osmot. Druck usw.,kommt der Essigsäure das Mol.-Gew. 60, also die Formel GjHjOa zu (S. 19 u. 20),es muß daher die durch die Analyse gefundene einfachste Formel GH.O = 30verdoppelt werden.

Vor Feststellung der Mol.-Formel ist zu berücksichtigen, ob die durchdl e Analyse gefundene einfachste Formel dem Gesetz der paaren Atom-Wahlen entspricht, welches besagt, daß in der Mol. jeder C-Verb. die Summeder ungeradwert. Atome (z. B. der einwert. u. dreiwert., wie H, Cl, Br, J u.N> P, As) eine gerade Zahl beträgt; dieses Gesetz beruht auf der Eigensch.des Kohlenstoffs in seinen Verb, nur geradwertig aufzutreten.

Z. B. ist in der Gyanursäure, C 3 H 3 N 3 O ä , die Summe der N- u. H-Atome = 6;hätte die Formel C 8 H 2 N 3 0 8 ergeben, so wäre die Analyse falsch, denn die Summe^er ungeradwertigen Elemente wäre = 5, also ungerad.

a. Chem. Methoden der Mol.-Gew.-Bestitnmung.

Ist die Verb, eine Säure, so kann man, nach Feststellung ihrerWertigkeit, durch Analyse ihrer Salze das Mol.-Gew. bestimmen, wobei manMeistens Silbersalze wählt, welche beim Glühen Silbermetall hinterlassen, dasman wiegt u. aus seinem Gew. das Mol.-Gew. der Säure berechnet.

Z. B. ist Essigsäure, welche nach der Analyse die Formel CH 2 0 oder einZweifaches davon haben kann (S. 342), eine einbas. Säure u. ist daher in einer"°1. nur 1 Atom H durch 1 Atom eines einwert. Metalles ersetzbar; stellt mannu n durch die Analyse fest, wieviel Essigsäure an 1 Atom Silber gebunden ist,80 Jiat man das Mol.-Gew. der Essigsäure minus 1 Atom H.

100 T. essigsaures Silber hinterlassen 64,68 T. Silber, verlieren also35,32 T., der mit einem Atom Silber (108 T.) verbundene Essigsäurerest beträgtdaher 59 T., denn 64,68 (Silber): 35,32 = 108 (Atomgew. des Silbers): x (= 59).

Da nun in der Essigsäure 1 Atom H durch 1 Atom Ag ersetzt ist, so istinr Mol.-Gew. 59 + 1 = 60, entspr. der Formel C 2 H 4 0 2 ; die Formel kann nichtG H,o sein, da sonst das Mol.-Gew. = 30 sein müßte, ferner nicht C 3 H„0 3 , dadann das Silbersalz 1% Atome Silber enthalten müßte; die Formeln C 4 H 8 0 4 ,C «H la O „ usw. wären nur möglich, wenn die Essigsäure zwei-, drei- usw. bas. wäre.

Ist die Verb, eine Base, so kann man, nach Feststellung ihrer Wertig-keit, ebenfalls durch Analyse ihrer Salze das Mol.-Gew. feststellen; z. B. ver-binden sich alle org. Basen, wie NH 3 , durch Addition mit Säuren zu Salzen;Verwendet man zur Salzbild. HCl, so entspricht bei einsäurigen Basen die anein Mol. HCl, bei zweisäurigen Basen die an zwei Mol. HCl gebundene Gewichts-■nenge, dem Mol.-Gew. der Base.

Meist verwendet man zur Analyse, statt der Verb, der Basen mit HCl,l hre platinchlorwasserstoffsauren Salze, welche der entspr. Verb, des Am-■noniums. (NH 4 ) 2 PtCl 8 , analog zusammengesetzt sind, da diese leicht rein u.Meistens ohne Kristallw. krist. u. beim Glühen Platin hinterlassen, das mandirekt wiegen u. aus seiner Gewichtsmenge das Mol.-Gew. der Base ebensoberechnen kann, wie aus dem gefundenen Silber das Mol.-Gew. der Säure.

Ist die Verb, indifferent, so läßt sich ihr Mol.-Gew. häufig dochdu»ch Herstellung einfacher Substitutionsproduktc erforschen oder indemman die Mengenverhältnisse einfacherer Verb, von bekannten Mol.-Gew.feststellt, welche sich aus der betr. Verb, abspalten lassen.

Bei wasserstoffhaltigen Verb, kann man meist ein H-Atom durch einHalogenatom ersetzen u. das entstandene Substitutionsprodukt analysieren;*• B. hat Naphthalin nach der Analyse die Molekularformel C 5 H 4 oder ein Viel-faches davon; die Analyse des Bromnaphthalins zeigt, daß 1 Atom H erstin c ioH„ durch ein Br-Atom ersetzt wird; die Formeln C^Hu, C 30 H 24 usw.sind ausgeschlossen, weil keine Verb, des Naphthalins bekannt sind, in denenA« y 2i usw. des vorh. Wasserstoffs durch Halogene ersetzbar ist.

4. Bestimmung der Konstitutionsformel

Die Erforschung der Konstitution der C-Verb. ist trotz der Mannig-