Elemente u. Verbindungen der Platingruppe.
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1. Platin.
Atomgewicht 195,2 = Pt. Entdeckt von Watson 1750.
Vork. Stets gediegen, legiert mit den übrigen Platinmetallen (S. 321).
Darsl. Man behandelt Platinerz mit verd. Königsw., welches Gold,Kupier, Eisen löst; hierauf behandelt man mit starkem Königsw., welchesdie Platinmetalle (also auch das mit Platin legierte Iridium u. Rhodium (S. 322)löst, während die vorhandene Osmiumiridiumlegierung zurückbleibt.
Der Lös. setzt man Ammoniumchlorid zu, wodurch Pt als Ammonium-Piatinchlorid, (NH 4 ) 2 PtCl 6 , gemengt mit Ammoniumiridichlorid (NH 4 ) 1! IrCl«,fallt; die Fällung wird geglüht, worauf iridiumhaltiges Pt als poröse Masse(Platinschwamm) zurückbleibt, die im Knallgasgebläse geschmolzen wird.
Die vom Ammoniumplatinichlorid abfiltrierte Lös. enthält noch dieChloride des Palladiums, Rhodiums. Rutheniums, Iridiums, welche darausdurch Eisen gefällt u. nach versch, Methoden getrennt werden.
Der beim Lösen der Platinerze erhaltene Rückstand von Osmium-Iridiumwird in O geglüht, wobei sich Os0 4 verflüchtigt u. Iridium zurückbleibt.
Eigensch. Weißes, weiches Metall vom spez. Gew. 21,5, bei 1750° schmelz.,bei Weißglut schweißbar, nur in Königsw. zu PtCl, lösl. u. durch kein Oxyda-tionsmittel direkt oxydierbar, daher in der Chemie zu Gefäßen, Blechen,Drähten Anw. findend; da Pt den Ausdehnungskoeffiz. des Glases hat, dienen'» dieses eingeschmolzene Platindrähte zur elekt. Verb, mit, den Fäden in denGlühbirnen, werden aber jetzt durch billigeren Platinit ersetzt (S. 314).
Von schmelzenden Hydroxyden, Sulfiden, Nitraten, Cyaniden der Alkali-metalle wird es unter Bild, von Platinaten (S. 324) angegriffen.
Als Platinfolie oder als poröser Platinschwamm, namentlich aber alsdeines Pulver oder als Platinasbest, d. h. mit feinverteiltem Platin über-7 '°gener Asbest, zeigt es katalytische Eigensch.; besonders die Vereinigungvi eler Gase (S. 158) beschleunigt es enorm; dies kommt daher, daß Platinv ersch. Gase, z. B. O u. noch mehr H, auf sich verdichtet (adsorbiert, S. 74).
Feinverteiltes schwarzes Pt (Platinschwarz, Platinmohr) fällt ausPt-Lös. durch Zink oder Eisen oder wenn man die Lös. mit Alkalilauge u.°rgan. reduz. Verb., z. B. mit Traubenzucker, erhitzt.
Kolloides Platin entsteht durch elekt. Zerstäubung von Pt (S. 89)11 ■ wird aus der so erhaltenen tiefschwarzen Lös. durch anorg. Salze gefällt.
Zweiwertig bildet es die Piatino- oder Platinoxydulverb., von denenoie O-Verb. bas. Charakter haben, vierwertig bildet es die Platini- oder Piatin-° x ydverb., von denen die O-Verb. Säureanhydride sind.
a. Legierungen des Platins.
Mit dem Knallgasgebläse kann man direkt aus den Platinerzen eineRegier, von Platin mit Iridium u. Rhodium ausschmelzen, welche härter u.8 e gen Chemikalien beständiger ist wie Platin u. daher vorwiegend Anw. findet.
Mit Phosphor, Arsen, Antimon, Bor, Si u. den meisten Metallen bildet es'eichtschm. Legierungen, so daß man diese Metalle u. deren leicht reduzierbareVe rb. nicht in Platingefäßen glühen darf; beim Glühen mit Kohle oder Kiesel-erde nimmt Platin Kohle u. Si auf, wird dadurch spröde u. rissig, weshalb manp latingefäße nicht auf rußender Flamme glühen darf.
Legierungen mit Ag oder Cu dienen als Fassung für Edelsteine, mitGold in der Zahntechnik, mit Rhodium oder Iridium zu elekt. Pyrometern.
b. Verbindungen des zweiwertigen Platins.
Piatinooxyd, PtO, entsteht beim vorsichtigen Erhitzen von Pt(OH) 2 alsSraues Pulver, lösl.in Säuren zu Platinosalzen; stärker erhitzt zerfällt es in Pt + O.
Platinohydroxyd, Pt(OH) 2 , entsteht beim Erwärmen von PtGl 2 mit Alkali-Iau ge als schwarzes Pulver, Pt(OH) 2 + H 2 0, lösl. in Säuren zu Platinsalzen.
Piatinochlorid, Pt,Cl 2 , entsteht beim Erhitzen von H 2 PtCl, (S. 324) als"faunes, unl. Pulver, stärker erhitzt zerfallend in Pt + Cl a .
Piatinochlorwasserstoffsäure, H 2 PtCl 4 , entsteht beim Verdunsten der LOs.v °n Ptei a in HCl in gelben Krist.; bildet mit CO krist. Verb., z. B. PtCVeO.
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