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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Aufbau der Stoffe aus Atomen, Molekeln, Ionen, Elektronen. 11

zu ermitteln u. schließlich auch die Ursachen (Naturkräfte), welche die Natur-erscheinungen u. Naturgesetze bedingen.

Da aber das eigentliche Wesen der Dinge mit den Sinnen nicht erfaßbarist, so müssen darüber Vermutungen oder Hypothesen aufgestellt werden,welche die Ursachen der einzelnen Erscheinungen u. die Gesetze, nach denensie erfolgen, zu erklären suchen.

Ist eine Hypothese auf die Mehrzahl der beobachteten Erscheinungenstets anwendbar, so wird sie zur Theorie.

Die Gesetze der konstanten u. multiplen Proportionen sind Tatsachen,aus denen vor 100 Jahren die Theorie der Alome u. Molekeln hervorging,welche alle Stoffe aus diesen bestehend annimmt; auch diese Theorie ist zurTatsache geworden, denn die Existenz der Atome u. Molekeln ist jetzt experi-mentell bewiesen (S. 63).

Leptonik (leptos fein) heißt die Lehre von den Feinbauteilchen derMaterie, den Molekeln, Atomen, Elektronen, Ionen, welche gemeinsam Lep-tone heißen.

1. Atome.

Zur Erklärung, daß von jedem Elemente nur eine best.Gewichtsmen'ge oder ein ganzes Vielfaches derselben an einemehem. Vorgange sich beteiligt, nimmt man an, daß die Ele-mente aus sehr kleinen Teilchen bestehen, welche sowohlmechanisch als auch chemisch nicht mehr weiter teilbar sindu. nennt dieselben Atome (atomos unzerschneidbar).

Die Atome desselben Elementes sind vollständig gleichartig, alsoauch von gleichem Gewicht u. gleicher Größe; die Atome versch. Elementeaber unterscheiden sich voneinander durch ihr versch. Gew. u. ihre versch.Größe (Daltons Atomtheorie).

Die Atomlheorie erklärt, daß, wenn z. B. ein Atom Stickstoff das Gew.4,68 u. ein Atom Sauerstoff das Gew. 8 besäße, diese beiden Elemente sichnur in diesem Gewichtsverhältnisse vereinigen können, u. daß bei anderenVerbindungen des Stickstoffs mit Sauerstoff die Gewichtsmenge des ersterensich nur um die Zahl 4,68 oder ein Mehrfaches derselben, die Gewichtsmengedes Sauerstoffs sich nur um die Zahl 8 oder ein Mehrfaches derselben erhöhenkann; es beruht dies eben auf der Unteilbarheit der Atome.

Nach den bisherigen Betrachtungen ist nicht zu entscheiden, ob dievorhergehend gebrauchten Äquivalent- oder Verbindungsgew. stets auch dieAtomgew. ausdrücken; bestände z. B. Wasser aus 1 Atom Wasserstoff u. 1 AtomSauerstoff, so würde das Atomgew. des Wasserstoffs = 1,01 sein, wenn das alsGrundlage dienende Atomgew. des Sauerstoffs = 8 angenommen wird; es kannaber das Wasser auch aus 2 Atomen Wasserstoff u. 1 Atom Sauerstoff aufgebautsein, in welchem Falle das Atomgew. des Wasserstoffs nur die Hälfte seinesAquivalentgew., also 0,505, betrüge (s. S 22).

Ferner können für viele Elemente versch. Verbindungsgew. angenommenwerden (S. 10), während jedes Element nur ein Atomgew. haben kann.

Es ist also durch die quantitative ehem. Analyse allein nicht möglich, dieAlomgew. der Elemente festzustellen, sondern es müssen physik. Methodenzur Mithilfe genommen werden.

Über die Existenz von gleichen Elementen, deren Atome versch. Gewichthaben u. von versch. Elementen, deren Atome gleiches Gewicht haben s.Isotopie.

2. Molekeln.

Denkt man sich eine ehem. Verb, durch mech. Kräftej n schließlich nicht weiter teilbare, kleinste Teilchen zer-legt, so werden diese gleichartigen kleinsten Teilchen immer