Herba Meliloti citrinae. — Herba Polygalae amarac. 447
Herba Meliloti citrinae. ©tetuKce. SReüfcrte,
Melilotus offidnalis Wildenow. Leguminosae - Papüumaceae.
Blühende Zweige mit dreizähligen Blättern, länglichen, schwach-gesägten Blättchen, mit pfriemenförmigen Nebenblättchen, traubigenBlüthen, mit schmetterlingsf örmigen, gelben Blumenkronen, Schiffchenund Flügel von der Länge der Fahne, durch einen besondern Ge-ruch ausgezeichnet. Eine in Deutschland häufige Pflanze. DasKraut ist im Monat Juli zu sammeln.
Das Kraut von Meliiotus offidnalis und diffusa*) Koch wird abgeschnitten,auf dem Speicher und dann im Trockenofen getrocknet und sogleich in eingröbliches Pulver verwandelt, wie es zu Empl. Meliloti verwendet wird. Soll esab Blume aufbewahrt werden, so reibt man die scharf getrocknete Pflanze durchein Drahtsieb durch. Die Stengel bleiben alsdann zurück. Der Steinklee ent-hält einen eigonthümlichen, kryslallinisehen, flüchtigen Körper, der sieh aueli inder Toneabohne vorfindet und den Namen Coumarin erhalten hat. Hofmannhat ihn im Waldmeister (Asperula odorata) , woraus der Maiwein bereitet wird,entdeckt und er soll auch im Ruchgras {Antlioxantum odoratum) enthalten sein.
DiadelpMa Decandria, Cl. XVII. Ord. 4.
A
Herba Polygalae amarae. Gittere ^ccujblumc.
Pohjgala amarn Linn. Polygahae.
Das blühende Kraut mit den dünnen, gelblichen Wurzeln,mehreren oben verästelten, drei bis vier Zoll hohen Stengeln, dieWurzelblätter und die untersten Stengelblätter spathelförmig, ge-stielt und zahlreich im Kreise angeordnet, die oberen Stengelblätterlanzettförmig, sitzend, mit kleinen Blüthen und bläuliehen Blumen-kronen, von°bitterlich süssem Geschmacke. Die Pflanze wächst inden Gebirgsgegenden von Deutschland. Man hüte sich, sie nichtmit anderen Arten von Polygala zu verwechseln, von denen sie sichvorzüglich durch die Wurzelblätter und die untersten Stengelblätterunterscheidet.
Die ächte l'olygala amara ist eine in Deutsehland sehr seltene Pflanze undes möchte bei einigermaassen häufigem Gebrauehe, welcher übrigens kaum statt'
*) Die Worte Lotus und Melilotus sind Masculina, obgleich die Botaniker das letztereals Femininum gebrauchen. Ks stammt offenbar von Lotus und heisst Honiglotus.Aus der schon einmal erwähnten Stelle bei Homer über die Lotophagen (Odyssee'■'• Buch, Vorn 82 bis 10-1) lägst sieh freilich «las Genus des Wortes hotos nichtl 'ulnehmen, da es hier nicht ein einzlgesmal mit einem Adjectivum oder Artikelverbunden vorkommt.