Extraktum Gratiolae. — Extractum Hellebori nigri. 367
Von diesen Quälereien sind wir durch die Vorschriften der Pharmacopoe befreit.Hörn (Archiv der Pharm. 57, 26) hat ein Verfahren angegeben, das Extractund die Mellago zu bereiten, welches Vieles für sich hat. Er liisst die Wurzelnim Trockenschranke so lange trocknen, bis sie sich zu Pulver zerstossen (oderbesser mahlen) lassen. Das Pulver wird mit kaltem Wasser zu einem Breiangerührt und dieser nach 1?, Stunden mit Wasser deplacirt, bis die ablaufendeFlüssigkeit geschmacklos ist. Man erhält sogleich einen concentrirten vollkom-men klaren, bräunlichen und angenehm süss schmeckenden Auszug, dessenMenge nur das Drei- bis Vierfache der in Arbeit genommenen Wurzeln beträgt.Zweckmässig giesst man den ersten Auszug auf neues Pulver, um ihn zu ver-stärken. Die Auszuge werden erst auf zwei Drittel des Volums eingedampft"nd 12 Stunden der Ruhe überlassen. Es hat sich alsdann Alles abgesetzt. Dieklar abgegossene Flüssigkeit wird auf die Hälfte eingedampft, nochmal eineNacht absetzen gelassen und dann nach dem Abgiessen fertig eingedampft. Ererhielt 40 bis 50Proc. Mellagu, die sieh in Flaschen jahrelang ohne die geringsteVeränderung hält. Ich empfehle die verstopi'ten und verbundenen Flaschen zu:l ppertisiren, d. h. mit kaltem Wasser in den Kessel des Apparates eingesetzt,( 'mo Stunde lang der Siedhitzc auszusetzen. Es muss etwas leerer Kaum in derFlasche sein.
Das Wesentlichste bei dieser Bereitung seheint mir in der vorherigen star-ken Erwärmung und Austrocknung zu liegen. Dadurch gehen die eiweissartigenStoffe in einen ganz unlöslichen Zustand über. Diese Stoffe sind die eigent-lichen Störefriede in dem süssen Extracte, so wie es schon Geiseler in seinergründlichen Behandlung dieses Gegenstandes (Archiv der Pharm. 50, 2G8) ge-funden hatte, dass ohne vorherige Erhitzung der Wurzeln die durch kalte In-fusion bereitete Mellago die am wenigsten haltbare ist, und schrittweise die mitheissem Wasser oder durch Kochen bereitete sich länger hält. Die kalte Ex-traction, nach «1er Horn'sohen Methode, hat deshalb diese Folgen nicht, weildie Wurzeln vorher bis zum Erhärten des Eiweissstoffes erhitzt waren.
Extractum Gratiolae., ®nabtnhanttxttact. ©ratiofaejettöci.
Es soll aus dem frischen Gnadenkraute wie ExtractumAconiti bereitet und sorgfältig aufbewahrt werden.
Es sei von dunkelbrauner Farbe, von brauner, trüber Lösung.
Das Gnadenkraut ist kein narcotisches, sondern ein drastisch wirkendesKraut. Es ist bei dem Ueberflusse an abführenden Arzneikörpern mit Recht inVergessenheit geratlien.
Extractum Hellebori nigri ©^»arpicäWUtjCtcrtract.
Es soll aus der schwarzen Nieswurzel wie das Kolo-•luintencxtract bereitet werden, nur dass vom rectificirten Wein-geist zwei Pfund, und von dein Gemenge aus r ectificirtemWeingeist und Wasser von jedem ein Pfund genommenwerden sollen. Im Uebrigen wie das Extractum Corticis Aiinmtü.
Es sei von tiefbrauner Farbe, von trüber Lösung in Wasser.
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