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1 (1854)
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Chinium sulphuricum.

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werden muss. — Schon im Aeusseren unterscheidet sich Chinidin, sutphuric. vonChinin, sutphuric. durch seine grössere specifische Schwere und weniger flockigeKrystallisation. Es verliert in trockner warmer Luft sein Krystallisationswasser,ohne zu verwittern oder sein krystallinisches Ansehen zu verlieren; ferner istes in kaltem Wasser sowohl als in absolutem Weingeist bei weitem löslicher,als schwefelsaures Chinin.

Eine der unterscheidensten Eigenschaften der drei in Frage kommendenAlkaloide — nämlich ihr Verhalten zu Aether — giebt uns ein Mittel an dieHand, das Cinchonin sowohl als das Chinidin in Mischungen mit Chinin mitLeichtigkeit nachzuweisen. — Schon Schweitzer (Pharm. Centr.-Blatt 1838)hat sich des Aethers zur Entdeckung des Cinchonins bedient und sein Verfah-ren hat seitdem mit Recht in den meisten Lehrbüchern Aufnahme gefun-den, indem es seinem Zwecke vollkommen entspricht; denn Cinchonin ist be-kanntlich in Aether fast unlöslich und darum die vorgeschriebene Menge desletztern ohne Nachtheil. — Nicht so verhält, es sich mit dem Chinidin, doch istdie Löslichkeit desselben in Aether im Vergleich mit Chinin immer sehr gering;es lösen sich nämlich mindestens 10 Gran reines schwefelsaures Chinin in 60Tropfen Aether und 20 Tropfen Salmiakgeist, während sich in der gleichenMenge dieser Flüssigkeiten nur ein Gran schwefelsaures Chinidin löst; es wirdsich also von chinidinhaltigem Chinin stets entsprechend weniger als vom reinenschwefelsauren Chinin lösen.

Gestützt auf diese Thatsache, hat Dr. Zimmer folgendes einfache undJedermann zugängliche Verfahren zur Prüfung auf Chinidin und Cinchoninempfohlen:

Man wäge von dem zu untersuchenden Salze genau 10 Gran ab, bringesolche in ein starkes Probirröhrchen, wozu man einen gut schliessenden Kork-stopfen zur Hand hat, setze 10 Tropfen verdünnte Schwefelsäure (1 Säure 5Wasser) und 15 Tropfen Wasser zu und erwärme gelinde, um die Auflösungetwas zu beschleunigen. — Ist diese erfolgt und Alles wieder vollständig er-kaltet, so bringe man G0 Tropfen gewöhnlichen officinellen Schwefeläther unddann 20 Tropfen officinellen Salmiakgeist hinzu, und schüttele tüchtig um, wo-bei man das Gläschen nur mit dem Daumen verschliesst. Darauf verstopfe mandasselbe gut, und rüttele nur von Zeit zu Zeit wenig, damit die Luftblasenleichter die Aetherschicht durchdringen. War das der Prüfung unterworfeneSalz frei von Cinchonin und Chinidin, oder enthielt es von letzterem nichtüber 10 Procent, so hat sich alles vollständig gelöst, und es werden sieh aufder Berührungsfläche der beiden klaren Flu.^sigkeitsschichten nur die etwa imChinin enthaltenen mechanischen Unreinigkeiten alischeiden (in welcher Be-ziehung die verschiedenen — wenn auch ehemisch reinen — Sorten des Han-dels etwas von einander abweichen). Nach längerer Zeit wird die ganze Aether-schicht fest, gallertig, wo dann keine weitere Beobachtung mehr möglich ist. —

Aus dem vorhin über die Löslichkeit des Chinidins in Aether Gesagten er-hellt, dass die 10 Gran des der Prüfung unterworfenen Salzes 1 Gran Chinidinenthalten können, und doch noch eine vollständige Lösung mit Aether undAmmoniak erfolgen wird. In diesem Falle wird aber das Chinidin in der Aether-schicht bald zu krystallisiren beginnen. Noch bestimmter kann man das Chinidinnachweisen, wenn man sich zu dem Versuche, statt des gewöhnlichen Aethers,eines solchen, der bereits mit reinem Chinidin gesättigt ist, bedient, indem dannAlles im Salz enthaltene Chinidin ungelöst bleiben muss. Es ist namentlichbei diesem letzten Versuche nothwendig, sogleich nach stattgefundenem Um-schüttete zu beobachten, ob sich Alles gelöst hat; denn bei der grossen Nei-gung des Chinidins zum Krystallisiren wird sich dasselbe alsbald wieder kry-stallinisch ausscheiden, was Täuschungen veranlassen könnte.