Chinium sulphuricum. 275
bleche oder in einem Platinlöffel. Die Einäscherung findet noch rascher Statt,wenn man in die Weingeistflamme mit dem Löthrohr bläst. Es muss sich ganzund gar verbrennen lassen. Bleibt ein Rest zurück, der auch nicht schwarzist, so kann man durch Auflösen und Ileactionserscheinungen ferner prüfen.Gyps, Kreide, Boraxsäure würden sich in dieser Art ermitteln lassen. Vieleher könnte aber eine Verunreinigung mit organischen Substanzen stattfinden,da diese eher mit dem Chininsalze Aehnlichkeit haben und auch durch dieoben genannte Probe nicht entdeckt werden können. Salicin wird durch Be-leuchten mit concentrirter Schwefelsäure erkannt, indem es damit eine rotheFarbe annimmt. Bei l / t Salicin ist die Reaction noch sehr charakteristisch. Bei/io Salicin soll, nach Pelties, eine mehr schwärzliche Färbung hervortreten.Verdünnt man das Gemenge mit Wasser, so setzt sich das Salicin daraus; ib. Mannit ist schwerer zu entdecken. Er ist selbst in kaltem Wassernicht sehr löslich, und seine geringe Süsse zeichnet ihn auch nicht be-sonders vor dem heftig bitteren Geschmacke des reinen Salzes aus. Man könntemit kaltem Wasser ausziehen, mit kohlensaurem Kali das Chinin aber fällenund nun etwas eindampfen, wo sich alsdann der süsse Geschmack des Mannitsunmittelbar verrathen, als auch durch Ausziehen mit Weingeist der Mannitisolirt darstellen Hesse. Stearinsäure ist weder in Wasser noch in sauremWasser löslich. Sie schmilzt bei der Siedhitze dos Wassers und setzt sich alsOeltropfen oben auf, der nach dem Erstarren brüchig, zerreiblich ist. BeimVerbrennen eines solchen Salzes entsteht eine sehr hell leuchtende, stark missendeFlamme, und vorher ein sehr bemerkbarer Geruch nach fettem Empyrcuma.Gemeiner Zucker wird an dem Caramelgcruch beim Rösten, und an dem sehrsüssen Geschmacke nach dem Fällen der Lösung mit kohlensaurem Kali er-kannt. Das schwefelsaure Chinin könnte reines Cinchonin und basisch schwe-felsaures Cinchonin enthalten. Das schwefelsaure Cinchonin ist ziemlich löslichin Wasser. Es erfordert bei gewöhnlicher Temperatur nur 54 Theile Wasserzum Lösen, während das Chininsalz 740 Theile Wasser erfordert. Es würdesich dadurch das Cinchoninsalz vorzugsweise in den ersten Auszügen finden.Um seine Gegenwart noch vollständiger zu beweisen, kann man diese erstenAuszuge mit Ammoniak fällen, auswaschen und das trockene Pulver in Aetheraufzulösen versuchen. Chinin ist in Aether löslich, Cinchonin unlöslich. Wennsich also der Niederschlag nicht, ganz in Aether löst, und auch keine Magnesia^Verbrennen) in dem Salze enthalten ist, so ist dadurch Cinchonin angezeigt.'; s könnten auch Ammoniaksalze vorhanden sein, welche durch Erhitzen mil^alkhydrat Ammoniak entwickeln, welches sich durch seine starke Bläuung desrothen Lakmuspapiere« im Dampfraum zu erkennen giebt.
Zu den Stoffen, womit das schwefelsaure Chinin verunreinigt vorkommenka nn, ist in neuerer Zeit ein solcher getreten, welcher durch seine Aehnlichkeit"" '''"'»»sehen Verhalten am schwierigsten zu entdecken ist. Es ist dies dasschwefelsaure Chinidin.
Der hohe. 1',-eis ,1».,- ächten Bolivianischen China Calisaya, veranlasst durchdas bekannte Ausfuhrmonopol, hat aus anderen Districten Chinarinden zugeführt,
'<-,,"•" Q nautäl v °n der Calisaya sehr abweicht, indem dieselben vorzugsweise^.nnnhn enthalten. Ihrer ungleich grösseren Billigkeit halber sind dieseb|»dcn, ohne Rücksicht auf den vorhandenen Gehalt-Untewehied, in vielen Fa-»'•Ken rasch in Anwendung gekommen, so dass wir bereits Massen von chinidin-Halügem Chinin im Handel sehen, was das Präparat auf eine beispiellose Weiseentwertet hat.
h hV D i UrCl1 dU; Elementaranal y se i die Eigentümlichkeit einiger Salze und er-
Alkl • Reaotionsunter80niede isl die früher bezweifelte Existens dieses China-
kaloides entschieden festgestellt, und es unterliegt keiner Frage mehr, dass