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Argentum.
in der Blase nicht zu sehr sinken, damit kein Anbrennen an den trockenen Sei-tenwänden stattfinde.
Ein vortreffliches Rosenwasser wird aus türkischem Kosenöl durch Destil-lation erhalten. Wenn man auf ein Pfund des Destillats einen Tropfen Rosenölnimmt, so hat es einen sehr starken Geruch. Man tröpfelt das Oel auf einStück Filtrirpapier und legt es auf das Sieb der Blase; dann destillirt man wiegewöhnlich.
Argentum. ©Über.
Es sei frei von Wismuth und Blei.
Die Pharmacopoe versteht unter Argentum das gemeine Werk- und Mün-zensilber, wie man aus der Darstellung des Höllensteins genauer ersieht. Sieerwähnt deshalb unter den Verunreinigungen des Silbers nicht das Kupfer, son-dern nur das Wismuth und Blei, von denen das erstere niemals darin vorkommt,weil es das Silber spröder macht. Wozu man aber überhaupt in der Pharmacopoeeinen Stoff aufführt, den jederMensch taglich in der Tasche mit sich führt, leuchtetdurchaus nicht ein. Es ist dies wenigstens vollkommen müssig. Im ArtikelHöllenstein konnte gesagt werden: Nimm silberne Münzen oder gemeines Werk-silber u. s. w., so wusste man genau, was die Pharmacopoe wollte. Jetzt findetman dies erst auf einem Umwege aus dem folgenden Artikel. Unter Argentumnitricum fusum heisst es: Nimm Silber (ohne Zusatz, und nicht kupferhaltiges),löse es in Salpetersäure, filtrire , dampfe ein und schmelze die Flüssigkeit ineinem Porcellangef ässe, bis sie s c li w a r z wird. Wem wird dies gelingen, derArgentum, d. h. Silber und nicht kupferhaltiges Silber, in Arbeit genommen hat.Da ist man ja geradezu genöthigt, kupferhaltiges Silber zu nehmen, sonst tretendie Erscheinungen der Pharmacopoe gar nicht ein, und wer dies nicht genauwüsste, könnte glauben, dass er falsch arbeitete, wenn seine Substanz sich nichtschwärzen wollte. Diese beiden Artikel sind durchaus ungenügend. Der Ar-tikel Silber musste eine einfache Vorschrift zur Darstellung von Feinsilber ent-halten oder ganz wegfallen, indem sich dies leicht mit dem folgenden zusammen-fassen Hess, und der Artikel Argentum nitricum fusum musste eine Methodeenthalten, wozu man sich des reinen Silbers bedienen sollte.
So lange die Pharmacopoe nicht sagt, Argentum müsse Kupier enthalten,so lange sei es erlaubt, Argentum für reines Silber zu halten und darnach diesenArtikel zu bearbeiten.
Das reine metallische Silber ist das Rohmaterial zum Höllenstein und mdieser Beziehung hier aufgeführt. Die Pharmacopoe verlangt, dass es frei vonWismuth und Blei sei. Diese beiden Verunreinigungen kommen selten vor undzwar nur bei Bergsilber, welches in Platten von mehreren Hundert Mark anGoldarbeiter und Münzwerkstätten verkauft wird und was aus diesem Grundedem Apotheker ganz unzugänglich ist.
Die Substanz, woran sich der Apotheker halten muss, sind die bergleinenhannoverischen Thaler, gewöhnliche Münzen und verarbeitetes Werksilber.
Die bergfeinen hannoverischen Thaler sind den Bedingungen der Pharma-copoe vollkommen genügend. Sie enthalten weder Wismuth, noch Blei, nochKupier. Hat man dieselben zu Gebote, so ist nichts einlacher und vortheilhafter,als sich derselben zu bedienen, indem man dadurch Operationen erspart, wasbei Silber so viel als Geld heisst In Ermangelung derselben muss man kupfer-haltiges Silber oder ordinäre Silbermünzen reinigen. Dies geschieht am zweck-
igsten in der nachfolgenden Art.