Acetum concentratum.
Zeit der Pest in Marseille vier Männer, welche sieh durch die Wirkung diesesEssigs gegen die Ansteckung geschützt hielten, die Pestkranken in den Hospi-tälern beraubt hätten, wodurch er auch den Namen Vinaigre des Quatres-Voleurs,Acetum quatuor latronum erhalten hat. Mehre ähnliche Vorschriften sind schonin älteren Pharmacopoeen unter den Namen Acetum pestilentiale, Acetum bezoar-dicum, — antisepticum, — prophylacticum, — Allii compositum aufgeführt worden.Der eigentliche Vierräuberessig enthält noch Knoblauch und Campher, die un-serer Vorschrift fehlen.
Henry und Guibourt geben folgende Vorschrift, die vielfach verbreitetist: Wermuth 3 Unzen, Lavendelblumen 2 Unzen, Krausemünze, Eosmarin,Raute, Salbei, von jedem 1 % Unze, Cahnuswurzel, Zimmt, Nägelchen, Museat-nüsse, Knoblauchzehen, von jedem 2 Drachmen, sollen mit 8 Civilpfund star-ken Essigs macerirt und nach 14 Tagen ausgepresst werden; es werden noch4 Drachmen Campher in 2 Unzen eoncentrirten Essigs gelöst hinzugefügt.
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Acetum concentratum. (£oncentrirter (£fftg.
Nimm: Essigsaures Natron drei Pfund,
rohe englische Schwefelsäure zwei Pfund,die vorher mit
einem Pfunde gemeinen Wassersverdünnt worden.
Dies Gemenge werde in einem gläsernen Gef ässe der Destilla-tion ausgesetzt, bis dreiunddreissig Unzen übergegangen sind.Das Destillat werde mit destillirtem Wasser verdünnt, bises das specifische Gewicht von 1,040 hat, so dass eine Unze des-selben im Stande ist, drei Drachmen trocknes, reines, kohlensauresKali zu sättigen.
Bewahre ihn in vvohlverschlossenen Gef ässen auf.Der concentrirte Essig soll klar, farblos, frei von brcnzlichem Gerüche, von
Schwefelsäure und schwefliger Säure sein.Er enthält 25 Procent wasserleere Essigsäure.
Man führe diese Arbeit in der folgenden Art aus. Man bringe die vorge-schriebene Menge essigsaures Natron in eine gläserne Retorte von passenderForm, und giesse die mit zwei Drittheil des Wassers verdünnte und wieder ab-gekühlte Säure mittelst einer langen Glasröhre in die Retorte mit der Vorsicht,weder beim Eingiessen noch beim Herausziehen der Röhre den Hals der Re-torte zu verunreinigen. Zur grösseren Sicherheit nehme man für das letzteDrittheil des zuzusetzenden Wassers destillirtes, und lasse es an dem Halse derRetorte herabrinnen, um sie vollständig zu reinigen. Wenn dies nicht gehörigausgeführt ist, wird das Destillat schwefelsaure haltig und erfordert eine Recti-fication, welche Arbeit sonst unnöthig, auch in der Pharmacopoe nicht vorge-sehen ist. An die Retorte lege man eine passende Röhrenkühlung vor, derenmehrere in meiner pharmaceutisclien Technik besehrieben sind.
Coneentrirter Essig i st leicht abzukühlen, und könnte deshalb noch amleichtesten mit der gewöhnlichen Kolben-Vorlage, wenn sie gut kühl gehaltenwird, aufgefangen werden.