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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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749
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Zincum oxydahim valerianicum.

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2134 Theile basisch kohlensaures Zinkoxyd bedürfen mithin4500 Theile des dreifachen Hydrats der Säure. Die gegenseitigeEinwirkung wird durch gelindes Erwärmen befördert; starkes Er-hitzen ist überflüssig, ja selbst nachtheilig, weil sich dadurchwieder ein Theil des entstandenen Salzes ausscheidet, denn das-selbe löst sich in kaltem Wasser leichter auf als inheissem. Aus diesem Grunde muss man gleich so viel Wasseranwenden, als das Salz zur Auflösung in der Kälte bedarf; undaus demselben Grunde kann das Salz nicht durch Abkühlen derheissen Solution, sondern nur durch Abdampfen, in trockner Formerhalten werden. Es leuchtet nun ferner ein, warum es besserist, das durch Verdampfen ausgeschiedene Salz von der nochwarmen Mutterlauge zu trennen, als letztere erst erkalten zulassen. Lässt man die Lauge während des Abdampfens kochen,so bekommt man nicht alles Salz in einem schönen lockern Zu-stande, sondern ein Theil desselben hängt sich fest an den Bodender Schale.

Prüfung. Das wasserfreie baldriansaure Zinkoxyd krystallisirtin schneeweissen, perlmutterglänzenden, äusserst leichten, derBoraxsäure ähnlichen Blättchen, riecht schwach nach der Säureund besitzt einen herben, metallischen, zugleich an Baldrian er-innernden Geschmack. In der Hitze schmilzt es, entwickelt dickeweisse Dämpfe, entzündet sich dann, brennt mit bläulich-weisserFlamme, und hinterlässt endlich reines Zinkoxyd, doch nicht dieganze Menge, denn ein Theil davon wird während des Brennensmit fortgerissen. Die Farbe der Flamme rührt vom Zink her,welches sich erst durch den aus der Baldriansäure geschiedenenKohlenstoff reducirt und dann durch den Sauerstoff der Luft wie-der oxydirt (verbrennt). Es löst sich bei gewöhnlicher Tempe-ratur in 90 Theilen Wasser und in 60 Theilen Weingeist von80%; die Lösungen reagiren sauer, werden beim Erwärmen trübe,aber in der Kälte wieder klar. Kalter Aether nimmt zwar nurV 60 o, kochender hingegen schon '/ 20 auf.

Das wasserhaltige Salz ist im Ansehen nicht von dem was-serfreien zu unterscheiden. Bei 100° verliert es sein Wassergänzlich und wird dadurch um 44 Proc. leichter. Es löst sichschon in 44 Theilen kalten Wassers; dampft man diese Lösungdurch Kochen ein, so krystallisirt wasserfreies Salz heraus.