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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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705
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Sulphur praecipitatum.

SOS

abermals unter beständigem Umrühren mit 20 Theilen Wasserund flltrire zu dem Vorigen. Nach vollständigem Erkalten ver-dünne man die klare Lauge in einem irdenen oder hölzernen Ge-fässe, welches wenigstens 130—150 Theile Wasser fassen kann,noch mit 40—60 Th. Wasser, und füge unter Umrühren nachund nach so lange arsenfreie Salzsäure von 1,130 spec.Gew., die zuvor mit ihrem doppelten Gewichte Wasserverdünnt ist, hinzu, bis kein Brausen mehr entsteht und eineentschieden saure Reaction eingetreten ist. 7—8 Theile Säurevon der angegebenen Stärke werden dazu erforderlich seyn. We-gen des in grosser Menge sich entwickelnden Schwefelwasserstoff-gases muss die Operation im Freien und mit der Vorsicht, dasEinathmen des Gases soviel als möglich zu vermeiden, ausgeführtwerden. Nachdem sich der Niederschlag gesetzt hat, giesse mandie überstehende Flüssigkeit ab, gebe frisches Wasser hinzu, lassewiederum absetzen, giesse ab und repetire diese Behandlung, zu-letzt jedenfalls mit destillirtem Wasser, so oft als das Wasch-wasser noch eine saure Reaction besitzt und auf Zusatz von oxal-saurem Ammoniak eine Trübung erleidet. Zeigt es sich frei hie-von, so sammle man den Niederschlag in einem Spitzbeutel, presseihn aus und trockne ihn in gelinder Wärme. Er wird etwasüber 3y 2 Theile wiegen.

Vorgang. Wenn Kalk, überschüssiger Schwefel und Wasserzusammen erhitzt werden, so vereinigen sich die erstem beidenzu einer in Wasser leicht löslichen Verbindung, dem höchstenSchwefelcalcium = CaS 5 . Um dieses zu bilden, muss der Kalkseinen Sauerstoff verlieren; denken wir uns 2 M.-G. Kalk, soerhalten wir 2 M.-G. Sauerstoff, welche an 2 M.-G. Schwefeltreten, und 1 M.-G. unterschweflige Säure erzeugen. Letzterebindet 1 M.-G. Kalk, und die beiden M.-G. Calcium nehmen 10M.-G. Schwefel auf. Mithin müssen zur Erklärung des Processes3 M.-G. Kalk und 12 M.-G. Schwefel gedacht werden.3 M.-G. CaO und 12 M.-G. S bilden:2 M.-G. CaS s und 1 M.-G. CaO + S 2 0 2 .

1388 Theile Kalkhydrat (CaO -f- HO) erfordern also 2400 Th.Schwefel, oder 2 9 /i 0 Th. des erstem 5 Th. Schwefel. In demoben vorgeschriebenen Verhältniss, 3 Th. und 5 Th., befindet sichaber demungeachtet ein Ueberschuss von Schwefel, weil der Kalkniemals vollkommen rein ist. Die Haupteinwirkung findet beimBeginn des Kochens statt und ist von einem Brausen und Stei-

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