Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
704
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

904

Sulphuv praecipitatum.

gleichen Theilen kochendem Wasser, in 82 Theilen kaltem undgleichen Theilen kochendem Weingeist von 80%,

Hulphur jodatum.

(Jodetum sulphuris. Jodschwefel.)Formel: S 2 J.

Bereitung. 1 Theil gewaschene Schwefelblumen reiheman mit 4 Theilen Jod zusammen, schütte das Gemenge ineinen Glaskolben, erwärme im Sandbade so lange, bis dasselbein vollständigen Fluss gekommen ist und stelle dann den Kolbenin die Kälte. Die fest gewordene Masse, welche durch Rüttelndes Glases sich leicht ablöst, bewahre man in einem mit Glas-stöpsel verschlossenen Glase auf.

Vorgang. Schwefel und Jod vereinigen sich durch gelindesErwärmen leicht mit einander zu einer flüssigen Masse. Nimmtman auf 2 M.-G. Schwefel \ M.-G. Jod, so bedarf man von er-sterm 400 Theile, und von letzterm 1586 Theile. Schon wäh-rend des Zusammensehmelzens entweicht ein wenig Jod, und ausdiesem Grunde muss die Quantität desselben etwas vermehrt werden.

Prüfung. Der Jodschwefel ist eine dunkelgrauc, strahlige,metallisch glänzende Masse, deren Bestandteile nur locker mileinander vereinigt sind. In gelinder Hitze schmilzt er, entwickeltviolette Dämpfe von Jod, und zuletzt sublimirt nebst dem Restedes Jods auch der Schwefel.

Sulphur praecipitatum.

(Lac sulphuris. Niedergeschlagener Schwefel, Schwefelmilch.)

Formel: S + xHS.

Bereitung. 3 Theile Kalkhydrat und 5 Theile ge-pulverten Schwefel bringe man mit 20 Th. Wasser ineinem gusseisernen Kessel, welcher nur zu i / 3 davon angefülltwird, unter beständigem Umrühren mit einem hölzernen Spatelzum Kochen, setze, wenn die Flüssigkeit eine dunkelgelbe Farbeangenommen hat, das Kochen noch '/i Stunde lang fort und fll-trire. Den von der Lauge möglichst befreiten Brei erhitze man