666
Stibiuin chloratum liquidum.
ter unten). Im Anfange wirkt die Salzsäure sehr lebhaft ein,wesshalb sie, zur Verhütung des Uebersteigens, nur nach und nachzugesetzt werden darf; späterhin aber, wenn die Säure zum Theilabsorbirt ist, hört die Reaction fast ganz auf, was sich durch denverdünnten Zustand, in welchen der noch freie Theil der Säuredurch die schon vorhandene Chlorantimonlösung selbst versetzt ist,erklärt. Ein sehr bedeutender Ueberschuss von Salzsäure würdenun allerdings das noch vorhandene Schwefelantimon endlich auf-lösen; allein weit bequemer ist es, die Einwirkung durch einenkleinen Zusatz von Salpetersäure wieder zu beleben. Wegen nochfrei vorhandener Salzsäure entsteht nun Königswasser (Chlor undStickoxyd), welches aus dem noch ungelösten Schwefelantimonsogleich den Schwefel abscheidet (der sich also in diesem Fallenicht als Schwefelwasserstoff entwickelt, sondern, und zwar alsein grauer Ballen, niederschlägt), und an dessen Stelle das Chlorsetzt, während das Stickoxyd =2 N0 2 entweicht, aber in Be-rührung mit der Luft sogleich braungelbe Dämpfe von Uutersal-petersäure bildet. Das hiedurch erzeugte Chlorantimon bleibt mitdem bereils vorhandenen in der übrigen freien Salzsäure aufge-löst. Da die Einwirkung der Salpetersäure gegen das Ende ge-wöhnlich von einem plötzlichen Steigen der Flüssigkeit begleitetist, so muss der Kolben wenigstens doppelt so geräumig seyu,als sein Inhalt beträgt. In folgendem Schema ist die Reaction derSalz- und Salpetersäure auf das Schwefelantimon versinnlicht:I M.-G. SbS 3 , 3 M.-G. HCl und 1 M.-G. N0 8 bilden:1 M.-G. SbCl 3 , 3 M.-G. S, 3 M.-G. HO und I M.-G. NO,.Auch die fremden Metalle des Schwefelantimons (Eisen,Kupfer, Blei, Arsen) lösen sich mit auf; ferner bildet sich durchdie Einwirkung der Salpetersäure auf den Schwefel ein wenigSchwefelsäure, die sogleich an das Blei tritt. Beim Filtriren bleibt,ausser diesem schwefelsauren Bleioxyd, der ausgeschiedene, abermit geringen Mengen der Schwefelmetalle vermengte, daher grau-gefärbte Schwefel zurück. Enthielt das Schwefelantimon viel Blei,so kann auch ein Theil des schwerlöslichen Chlorbleies durchFiltration geschieden werden. Auswaschen darf man das Filtrumnicht, denn das noch darin befindliche Chloranftmon würde sichdadurch zersetzen, also doch theilweise im Papiere hängen blei-ben, und die ablaufende Milch die übrige Solution nur verdünnen.Wird das gelbe Filtrat in einer Retorte erwärmt, so destillirtzuerst bloss wasserhaltige Salzsäure nebst dem etwa vorhandenen