«14
Piperinum.
farbigen Extractivstoff auf; um letztem wieder abzuscheiden, istdie Behandlung des geistigen (Behufs der leichtern Austrocknungund nachherigen feinern Zerreibung mit Kohlenpulver verdunste-ten) Extracts mit Aether vorgeschrieben, welcher nur das Picro-toxin nebst etwas Fett aufnimmt. Nach der Verdunstung desÄethers scheidet sich das Fett auf der Oberfläche ab, und kann,nach dem Erstarren, durch Filtriren getrennt werden. Die Kry-stalle werden zur Entfernung der letzten Spuren Fett zwischenPapier gepresst und umkrystallisirt.
Prüfung. Das Picrotoxin schiessl, in weissen krystallinische»Rinden oder einzelnen glänzenden Nadeln an, welche keinen Ge-ruch, aber einen unerträglich bittern Geschmack besitzen. Ander Luft verändert es sich nicht; in der Hilze schmilzt es, ent-bindet brenzliche, sauer reagirende Produkte, und hinterlässt Kohle,welche an der Luft vollständig verbrennen muss. Es löst sich in150 Theilen kaltem und 25 Theilen kochendem Wasser, in 10 Th.kaltem und gleichen Theilen heissem Weingeist von 80% undin 2Vj Theilen Aether; die Lösungen verändern die Pflanzenfarbennicht. Auch von ätzenden Alkalien wird es leicht aufgenommen.
Piperinum.
(PiperinJFormel: C 70 H 37 N 2 0 10 + 2 HO.
Bereitung. Eine beliebige Menge schwarzen Pfeffersverwandle man in ein gröbliches Pulver, übergiesse dasselbe mitdem zwölffachen Gewichte kalten Wassers, lasse unteröfterm Umrühren ein paar Tage lang stehen, dekantire nach er-folgtem Absetzen, wiederhole diese Ausziehungen «och einigeMale und presse aus. Das rückständige Pulver digerire mandreimal, jedesmal mit dem dreifachen Gewichte desPfeffers, Weingeist von 80%, ziehe von den vereinigtenund abfiltrirten Tincturen, nachdem sie mit '/ 6 ihres VolumensWasser versetzt worden, den Weingeist wieder ab, und ver-dunste die im Destillationsgefässe gebliebene Flüssigkeit in einerporcellanenen Schale bis zur Consistenz eines Extractes. Nachdemdiess einige Tage lang in der Kälte gestanden, wasche man es