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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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602
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«O« Nairium oxydatum subsulphurosum.

Natrium orydatum subsutphurosum.

(Untcrschwefligsaures Natron.)Formel: NaO + S 2 0 2 + 5 HO.

Bereitung. 6 Theile zerfallenes und in der Wärmevollständig ausgetrocknetes schwefelsaures Natronvermenge man innig mit 2% Th. feingepulverter Holzkohle,drücke das Gemenge in einen Graphit- oder hessischen Tiegelein, decke einen Ziegelstein darauf, befestige denselben mit Draht,und verstreiche die Fugen bis auf eine kleine Oeffnung mit Lehm.Nachdem der Kitt getrocknet ist, stelle man den Tiegel auf einenZiegelslein in einem gut ziehenden Windofen, erhitze ihn durchumgelegte Kohlen anfangs gelinde, verstärke aber nach Verlaufeiner halben Stunde das Feuer bis zum starken Rothglühen, undunterhalle diess wenigstens 1 Stunde lang ununterbrochen. Da-mit die Zersetzung des schwefelsauren Natrons vollständig erfolge,beirage die Menge desselben in einem Tiegel nicht über i PfundNach vollständigem Erkalten des Tiegels zerreibe man den zu-sammengesinterton Inhalt desselben, löse ihn in 24- TheilenWasser auf, trenne die ausgeschiedene Kohle durch Filtrireu,wiege von der Solution '/ 21 ab, und leite in die übrigen 23 / 24so lange gewaschenes schwefligsaurcs Gas welchesman auf die in dem ArtikelAcidum sulphurosum" angegebeneWeise aus i Theil frisohgeglühter, gröblich gestossencr Holzkohleund 8 Theilen conc. Schwefelsäure entwickelt, bis eine miteinem Glasstabc herausgenommene Probe durch salpetersaure Sil-berlösung nicht mehr schwarz, sondern rein weiss getrübt wird.1 Theil Kohle und 8 Theile Schwefelsäure werden diesenZweck erfüllen. Während dem Einströmen der schwefligen Säuremuss die Solution durch Wasser, Schnee oder Eis abgekühltwerden. Nun entferne man sogleich das Etitwicldungsgefäss, lil-trirc die Flüssigkeit, setze ihr das bei Seite gestellte '/m hinzu,verdunste in einer porcellanencn Schale bei gelinder Wärme zumSirup, und stelle in die Kälte. Sollte nach mehrtägiger Ruhenoch kein Salz heraus kryslallisirt seyn, so müsste die Laugeabermals kurze Zeit gelinde erwärmt werden. Mitunter ereignetes sich dann, dass der grösstc Theil des Salzes in der Kälte zueiner Masse erstarrt. Das in einzelnen Krystallen oder als com-pakle krystallinische Masse ausgeschiedene Salz trenne man von