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Natrium nitro-cyanatum ferratum.
Die nunmehr dunkelgrünbraun gefärbte Flüssigkeit verdünne manmit dem doppelten Volum Wasser, neutralisire sie mit kohlensau-rem Natron und erhitze zum Kochen. Sobald sich die Absonde-rung eines schwarzgrünen Niederschlags zeigt, was nach etwaviertelstündigem Kochen der Fall seyn wird, filtrire man, wascheden Filterinhalt einige Mal mit Wasser nach, und fälle die ver-einigten rothen Filtrate mit einer Auflösung von schwefelsau-rem Kupferoxyd, wozu etwas mehr als 1 Theil dieses Salzeserforderlich ist. Den dadurch entstandenen grünlich-grauen Nie-derschlag bringe man auf ein Filter, wasche ihn vollständig aus,bringe ihn noch feucht vom Filter in ein Becherglas, setze voneiner frisch bereiteten Aetznatronlauge, welche 1 / m ihres Ge-wichts wasserfreies Natron enthält, so viel hinzu, dass die Mengedes Alkalis % Theil beträgt (d. h. auf 4 Theile in Arbeit ge-nommenen Blutlaugensalzes bedarf man l / 4 , oder auf 16 Theiledes erstem 1 Theil wasserfreies Natron). Die Einwirkung desAlkalis auf den Niederschlag unterhalte man unter fleissigem Um-rühren 24- Stunden lang, ohne jedoch dabei künstliche Erwärmunganzuwenden, filtrire hierauf und befördere das rothe Filtrat zurKrystallisation. Die Ausbeute an krystallisirtem Salze wird etwa% vom Gewichte des angewandten Kaliumeisencyanürs betragen.
Vorgang. Wenn Kaliumeisencyanür mit Salpetersäure zu-sammenkommt, so löst es sich darin unter Zersetzung mit kaffee-brauner Farbe auf; dabei entwickelt sich anfangs viel Stickstoff-oxydgas, dann treten als flüchtige Zersetzungsprodukte, Cyan,Blausäure, Stickstoff, Kohlensäure und, nach dem stechenden Ge-rüche zu schliessen, auch Cyansäure auf. Das Stickstoffoxydverwandelt gleichzeitig einen Antheil Kaliumeisencyanür in Kalium-eisencyanid, und dieses alsdann in Nitroprussid-Kalium. Bei allendiesen Umsetzungen entsteht als Nebenprodukt Salpeter und, wennnicht zu viel Salpetersäure verwendet wurde, auch Oxamid(NH 2 -j- C 2 0 2 ). Die bis zu dem Punkte, wo Eisenoxydulsalzekeine blaue Fällung mehr erzeugen, digerirte Flüssigkeit enthältalso wesentlich Nitroprussidkalium und Salpeter, aber auch stetsnoch eine andere (Cyaneisen-) Verbindung, welche ihr eine grün-liche Farbe ertheilt und die herausfällt, wenn sie mit Soda gesät-tigt und zum Kochen erhitzt wird.
Da das relative Verhältniss sämmtlioher Zersetzungsproduktedes Kaliumeisencyanürs durch Salpetersäure nicht bekannt ist, solässt sich der Process auch nicht in einer Formel ausdrücken.