Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
549
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Magnesium oxydatum purum.

549

noch vor dem völligen Erkalten in ein Glas gethan, welches manmit einem gut passenden Stöpsel versieht. 9 Theile kohlensaureMagnesia geben gegen 4 Theile gebrannte.

Vorgang. Die käufliche kohlensaure Magnesia ist ein ba-sisches Salz, welches aus 5 M.-G. Magnesia, 4 M.-G. Kohlensäureund 5 M.-G. Wasser besteht, die man sich als eine Verbindungvon 4 M.-G. neutralem kohlensaurem Magnesiahydrat und 1 M.-G.Magnesiahydrat denken kann. In der Glühhitze verliert sie dieKohlensäure und das Wasser und hinterlässt reine Magnesia.i M.-G. 4 (MgO + C0 2 + HO) + (MgO + HO) giebt:5 M.-G. MgO, 4 M.-G. C0 2 und 5 M.-G. HO.2912 Theile kohlensaure Magnesia geben also 1250 Theilegebrannte. Die Austreibung der Kohlensäure (und des Wassers)gelingt am besten und schnellsten, wenn man die Verbindung inder Form, wie sie der Handel liefert, also in ganzen Stücken(die man, damit nicht zu viel leerer Raum im Tiegel bleibt, nurin etwas kleinere Stücke zerbricht) glüht. Die Probe, mit derman die Untersuchung auf Kohlensäure anstellen will, muss dess-halb vor dem Eintragen in die Säure erkaltet seyn, weil sie, nochglühend in die Flüssigkeit gebracht, ein Zischen veranlassen würde,welches man leicht für ein von entwickelter Kohlensäureherrührendes Aufbrausen halten könnte. Auch muss die Probe ineinen grossen Ueberschuss von Säure, nicht letztere auf die Probe,geschüttet werden, weil im erstem Falle etwa noch vorhandeneKohlensäure durch anfangs sich bildende doppeltkohlensaure Mag-nesia dem Auge des Beobachters sich leicht entzieht. Sobald dieVerbindung ihre Kohlensäure (und ihr Wasser) verloren hat, setzeman sie nicht länger der Glühhitze aus, denn sie verliert sonstihre beliebte Lockerheit, und wird compakter (sintert gleichsamzusammen). Beobachtet man die angeführten Vorsichtsmaassregelngenau, so bekommt man in kurzer Zeit ein schönes Präparat.

Prüfung. Die gebrannte Magnesia bildet ein schneeweisses,unfühlbares, äusserst lockeres, geruch- und geschmackloses Pulver,welches in gewöhnlicher Glühhitze keine Veränderung erleidet.An der Luft zieht sie bald Kohlensäure und Wasser an und ver-wandelt sich zum Theil wieder in basischkohlensaure Magnesia.Feuchtes Curcumapapier wird davon gebräunt. Wasser nimmtSpuren davon auf; erhitzt man die wässrige Lösung, so trübt siesich, wird aber beim Erkalten wieder klar. Verdünnte Säuren lösensie ruhig und leicht auf; entwickeln sich dabei Gasblasen, so ist