Druckschrift 
Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
Entstehung
Seite
338
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

338

Ferrum oxydatum hydraticum.

kalt geworden ist, zerreibt dann die noch zusammengebackenenTheile desselben, und stellt die Schale entweder an einen massigwarmen Ort, oder auch bloss an die Luft, im ersten Falle etwa14 Tage, im zweiten 4—6 Wochen lang, überhaupt so lange, alsauf Zusatz von Salzsäure noch ein Brausen zu bemerken ist. —13 Theile Eisenvitriol geben beinahe 5 Theile.

e) Des zweizweidrittelfachen Hydrats. Ebenso wie der Nie-derschlag b) enthält auch der Niederschlag d), aber häufiger, et-was über 1 Procent Wasser mehr. Die Ursache davon ist wahr-scheinlich ein und dieselbe.

f) Des dreifachen Hydrats. 16 Theile Eisenvitriolschütte man in einen Glaskolben, der wenigstens viermal mehrfassen kann als die darin zu behandelnden Materialien betragen,füge 16 Th. Wasser, 3 Theile conc. Schwefelsäure und4 Th. Salpetersäure von 1,20 spec. Gewicht hinzu, und erhitzeden Kolben im Sandbade oder über freiem Feuer so lange, alssich noch gelbbraune Dämpfe daraus entwickeln. Jetzt nehmeman mittelst eines Glasstabes einen Tropfen heraus, und vermischeihn mit einem Tropfen Kaliumeisencyanid-Lösung; entsteht dadurchnur eine bräunliche Färbung, so ist die Oxydation des Eisensvollendet, wird aber die Probe blau, so muss die Eisensolutionnoch mit etwas Salpetersäure digerirt werden. Wurde anfangsnicht zu stark erhitzt, so reichen 4 Th. jener Salpetersäure voll-ständig aus, um 16 Th. Eisenvitriol in Oxydsalz zu verwandeln.Die bräunliche Auflösung verdünne man mit einer hinreichendenMenge Wasser, fälle sie mit ätzendem Ammoniakliquor(von dem man ohngefähr 32 Th. gebraucht, wenn sein spec. Gew.0,960 beträgt), wasche den Niederschlag durch Absetzenlassen undDekantiren aus, und sammle ihn endlich auf einem leinenen Seihe-tuch, presse und trockne ihn in gelinder Wärme. Die Ausbeutebeträgt gegen 6 Theile.

Soll dieses Eisenoxydhydrat als Gegengift des Arsensdienen, so hebe man den gutausgewaschenen Niederschlag in Was-ser suspendirt als einen Brei auf, dessen Gewicht neunmal mehrals das des angewandten Vitriols beträgt.

Bedient man sich, wie es meistens geschieht, zur Fällung diesesdreifachen Hydrats eines ätzenden oder kohlensauren fixenAlkalis, so behält der Niederschlag Spuren desselben zurück, diesich durch Auswaschen nicht entfernen lassen. Für den arzneilichenGebrauch ist indessen diese Spur Alkali yod keiner, Bedeutung.