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Ferrum cyanatum et sesquicyaiiatum.
bleibt eine eisengraue krystallinische Masse, welche zerrieben eindunkel karmoisinrothes Pulver darstellt und reines Eisenoxyd ist.— Eine Verunreinigung des Präparats mit Chlorür erkennt manan dem durch Kaliumeisencyanid entstehenden blauen Niederschlage(s. Amnion, chloratum fcrrat.).
IS:
Ferrum cyanatum et sesquicyanatum.
(Ferrum hydrocyanicum, Coeruleum berolinense scu parisienscEisencyanür - Cyanid , blausaures Eisen, reines Berliner - oder
Pariserblau.)
Formel: 3 FeCy + 2 Fe,Cy 3 + 9 HO.
Bereitung. Eine beliebige Menge flüssiges schwefel-saures Eisenoxyd von 1,400 spec. Gew. (s. Ferr. oxydat.sulph.) verdünne man mit der zehnfachen Menge reinenWassers, und setze dieselbe so lange zu einer Auflösung vonKalium eisencyanür hinzu, als dadurch ein Niederschlag ent-steht. Auf 4 Th. Kaliumeisencyanür reiche« etwa 7 Th. schwe-felsaurer Eiscnoxydliquor aus. Die blaue Flüssigkeit wird nochmit der doppelten bis dreifachen Menge Wasser verdünnt, derNiederschlag durch Absetzenlasscn und Dckanüren gereinigt, end-lich auf einem Filtrum gesammelt und in gelinder Wärme getrock-net. 4 Theile Kaliumeisencyanür liefern etwa 3 Th. Cyaneisenhydrat
Man kann sich auch des Eisenchlorids zur Darstellung diesesPräparats bedienen; das schwefelsaure Eisenoxyd ist aber billigerund leistet denselben Dienst.
Voryang. Das schwefelsaure Eisenoxyd besteht aus 1 M.-G.Oxyd und 3 M.-G. Säure; das Kaliumeisencyanür aus 2 M.-G.Cyankalium = 2 KCy, i M.-G. Eisencyanür = FeCy und3 M.-G. Wasser = 3 HO. Denkt man sich, um Brüche zuvermeiden, 2 M.-G. schwefelsaures Eisenoxyd und 3 M.-G. Ka-liumeisencyanür, so tritt der Sauerstoff sämmtlichen Eisenoxyds andas Kalium und bildet Kali, welches sich mit der Schwefelsäurevereinigt und aufgelost bleibt; das Eisen des Eisenoxyds verbin-det sich mit dem an das Kalium gebunden gewesenen Cyan zuEiscncyanid, und dieses fällt, vereinigt mit dem Eisencyanür unddem Wasser des Blullaugensalzes, als blauer Niederschlag zuBoden.