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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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320
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Guprum oxydulatum.

von 1,333 spec. Gew. (worin gegen 26 Proc. wasserfreies Kali).Die letztere muss indessen immer in geringem Ueberschusse ge-nommen werden, und so zeigt sich denn das im Eingange an-gegebene Verhältniss von Kupfervitriol, Milchzucker und Kalilaugeals das richtigste.

Die Verbindung des Kupferoxyds mit dem Kali zerlegt sichin der Wärme durch die Mitwirkung des Milchzuckers; das Ku-pferoxyd giebt die Hälfte seines Sauerstoffs an die Elemente desMilchzuckers und wird zu Kupferoxydul, welches anfangs alsgelbes Hydrat herausfällt, aber schnell sein Wasser verlierendeine rothe Farbe annimmt. Die Reaction erfolgt ganz ruhig, ohneSchäumen oder Aufbrausen. Das rasche Abkühlen der Flüssigkeithat zum Zweck, dem Präparate seine schöne feuerrothe Farbe zuerhalten. In der überstehenden Flüssigkeit, welche unmittelbarnach der Präcipitation farblos erscheint, aber gleich darauf gelbwird, bleibt keine Spur Kupfer aufgelöst. Das wesentlichste ausder Vereinigung des vom Kupferoxyde abgeschiedenen Sauerstoffsmit dem Milchzucker hervorgehende Produkt ist Ameisensäure,ganz so, wie dieselbe bei der Einwirkung des Braunsteins aufden Zucker entsteht (s. Acid. formic).

Prüfung. Das reine Kupferoxydul bildet entweder (im amor-phen Zustande) ein hellkupferrothes, fast mennigrothes, oder (imkrystallinischen Zustande) ein dunkelkarmoisinrothes, geruch- undgeschmackloses Pulver. Mit Salzsäure übergössen nimmt es so-gleich eine weisse Farbe an, und löst sich beim Erwärmen leichtzu einer blassgrünen Flüssigkeit auf; die weisse Färbung beruhtauf der sofortigen Bildung von Kupferchlorür:

1 M.-G. Cu 2 0 und 1 M.-G. HCl bilden:1 M.-G. Cu,Cl und 1 M.-G. HO,welches sich eigentlich farblos auflösen sollte; allein die Neigungdes Chlorürs, in Chlorid überzugehen, ist so gross, dass sich aufKosten der überschüssigen Salzsäure sogleich eine Portion desletztern erzeugt, welches der Auflösung ein grünliches Ansehengiebt. Besitzt das Präparat eine schmutzige, ins Graue oderSchwärzliche spielende Farbe, so enthält es Oxyd.