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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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318 Cuprum oxydulatum.

Cuprum oxydulatum.

(Kivpferoxydul.)

Formel: Cu 2 0.

Bereitung, a) Auf trocknem Wege. In einen irdenen Schmelz-tiegel, welcher bis zum Rothglühen erhitzt worden ist, stelle mansenkrecht neben einander, doch nicht zu dicht beisammen, eineAnzahl etwa 2 Zoll im Quadrat haltender, nicht zu dünner Kupfer-bleche, nehme sie nach etwa 10 Minuten heraus, entferne dieauf beiden Seiten gebildete, beim Erkalten leicht abspringendegraue Kruste, nötigenfalls mit Hülfe eines Messers, stelle dieBleche wieder, eins nach dem andern, in den glühenden Tiegel,nehme nach 510 Minuten langem Glühen die neu entstan-dene graue Kruste abermals ab, und wiederhole diese Operationso oft, bis die Bleche dünn wie Papier geworden sind, und ohneGefahr, metallisches Kupfer abzulösen, nicht mehr abgekratzt wer-den können. Die erhaltenen grauröthlichen Blättchen zerreibeman zum feinen Pulver, und bewahre dieses in einem verschlos-senen Gefässe auf.

b) Auf nassem Wege. 1 Theil Kupfervitriol und 1 Tb.Milchzucker löse man zusammen in einer porcellanenen Schalein 10 Theilen Wasser auf, füge der (kalten) Lösung so langeAetzkalilauge hinzu, bis der anfangs entstandene grünlicheNiederschlag sich vollständig wieder aufgelöst hat (3 TheileLauge von 1,333 spec. Gew. werden dazu ausreichen), setze dieSchale ins Wasserbad und erwärme unter beständigem Umrühren.Die dunkelblaue klare Flüssigkeit nimmt, noch ehe das Wasserkocht, einen Stich ins Graugrünliche an, fängt dabei an sich zutrüben, die Farbe der Trübung geht bald ins Braune über, wirdimmer heller, gelb, endlich fast cinnoberroth, und wenn dieserMoment eingetreten ist, entferne man die Schale sogleich ausdem Wasserbade, giesse ihren ganzen Inhalt in eine grosse Mengekaltes Wasser, trenne den Niederschlag von der überstehendengelben Flüssigkeit, wasche und trockne ihn. Wird das Er-hitzen noch weiter fortgesetzt, so geht der hellrothe (amorphe)Niederschlag in den krystallinischen Zustand über und nimmt einedunkel-karmoisinrothe Farbe an. Länger als bis zu diesem Zeit-punkte darf aber die Schale, ohne Nachtheil für das Präparat,in keinem Falle erh%t werden, weil sich sonst dasselbe theil-weise höher oxydirt und ein schwärzliches Ansehen annimmt.