Collodium.
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Schon vorräthige Schiessbaumwolle darf nur dann zur Be-reitung des Collodions genommen werden, wenn sie noch keineVeränderung erlitten hat, was man daran erkennt, dass sie feuch-tes Lackmuspapier nicht röthet.
Vorgang. Wie in dem Artikel „Acid. nitric." aus einandergesetzt ist, bilden sich durch Einwirkung von Schwefelsäure aufSalpeter: saures schwefelsaures Kali und freie Salpetersäure, undzwar bedarf man zur vollständigen Zerlegung des Salpeters inder Wärme ein ihm gleiches Gewicht Schwefelsäure. Obige Vor-schrift enthält aber um die Hälfte Schwefelsäure mehr, erstensum durch die Masse der letztern das einigermaassen zu ersetzen,was wegen Mangels künstlich zugebrachter Wärme der vollstän-digen Zerlegung abgeht, und zweitens um versichert zu seyn,dass die Salpetersäure im concentrirtesten Zustande auftritt. Die-sen zweiten Zweck kann man allerdings auch dadurch erreichen,dass man möglichst concentrirte Salpetersäure mit ihrem drittel,halben oder gleichen Volum concentrirter Schwefelsäure vermischt;allein ich ziehe die Behandlung der Baumwolle mit Salpeter undSchwefelsäure derjenigen mit einer Mischung von Salpetersäurevor, weil dadurch ein in Aether vollständiger lösliches Produkterzielt wird. Man muss aber, wenn es gut ausfallen soll, auchgenau nach der Vorschrift verfahren, die Baumwolle in das ebenerst bereitete (noch heisse) Gemenge von Salpeter und Schwefel-säure bringen und nicht länger als 5 Minuten darin lassen; bleibtsie länger darin, so nimmt sie ein gelbliches Ansehen an, ver-liert ihre Lockerheit und löst sich nur theilweise in Aether. —Die Veränderung, welche die Baumwolle (C 12 H I0 0, 0 ) durch dieEinwirkung der Salpetersäure erleidet, besteht darin, dass sie dieElemente von 3 M.-G. Wasser verliert und dafür 3 M.-G. Sal-petersäure aufnimmt.
i M.-G. 0^11,00,0 und 3 M.-G. N0 5 bilden:1 M.-G. C 12 H 7 N,0 2 , = C,,H 7 0 7 + 3 N0 5 und 3 M.-G. HO.
2025 Theile Baumwolle müssten also 3713 Theile Ausbeutegeben, allein man erhält fast immer etwas weniger, weil gewöhn-lich einige Procente Baumwolle unzersetzt bleiben. Das Produkt(die Schiessbaumwolle) erleidet schon in gelinder Wärme eineanfangende Zersetzung, stärker (bis 131°) erwärmt explodirt es;das Trocknen darf daher nur bei gewöhnlicher Temperatur ge-schehen. Ja selbst bei gewöhnlicher Temperatur zersetzt sich dieSchiessbaumwolle mit der Zeit, nimmt dabei einen Geruch nach