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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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301
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Coffeinum. 301

eine zinnerne oder kupferne Destillirblase), übergiesse es mit 25Theilen Alkohol von 80% und digerire einige Tage in ge-linder Wärme. Den erkalteten Brei gebe man in einen Verdrän-gungsapparat (s. den Artikel „Cantharidinum") und wasche mitAlkohol so lange nach, bis die abgelaufene Waschflüssigkeit nichtmehr merklich gefärbt ist, und eine Probe derselben beim Ab-dampfen keinen krystallinischen Ruckstand mehr liefert. Die sogewonnenen klaren geistigen Auszüge unterwerfe man zur Wie-dergewinnung des Alkohols und nachdem man ihnen l / 6 ihres Gc -wichts Wasser zugesetzt hat, der Destillation, giesse die im De-stillirapparate gebliebene wässrige Flüssigkeit noch warm in einePorcellanschale und stelle diese 1 Tag lang in die Kälte. Nunfiltrire man den Inhalt der Schale durch ein vorher mit Wasserbenetztes Filter, verdunste das Eiltrat ziemlich weit und lasse eswiederum einige Tage in der Kälte stehen. Die nach dieser Zeitgebildete krystallinische Ausscheidung befreie man durch Kolirenvon der Mutterlauge, und verdunste diese noch so oft, als sichKrystalle bilden. Sämmtliche Krystallisationen reinige man durchnochmaliges Auflösen in heissem Wasser unter Zusatz von etwasThierkohle und Umkrystallisiren. — Die Ausbeute beträgt durch-schnittlich l 2 Pvoc. vom Gewichte des Caffees.

Ganz auf dieselbe Weise verfährt mau, wenn man das Gaf-feein aus dem chinesischen Thee darstellen will. Der Theeist zwar theuerer als der Gaffee, liefert dafür aber auch weit mehrAusbeute. Ich erhielt aus grünem, sowie aus schwarzem Theedurchschnittlich 1,8 bis 2 Proc.

Vorgang. Das Gaffeein befindet sich in dem Gaffee und Tlieetheils frei, theils an Gerbesäure gebunden. Der Kalk, welcher dengepulverten Droguen vor der Behandlung mit Alkohol zugesetztwird, hat zum Zweck, die Gerbesäure zu binden; der gerbesaureKalk ist in Alkohol unlöslich, mau erhält daher sogleich einengerbesäurefreien Auszug. Ausser dem Gaffeein nimmt aber derAlkohol noch andere, farbige Materien, Chlorophyll, Wachs, fettesGel auf, welche sich indessen, nachdem der Alkohol durch De-stillation entfernt ist, grösstenteils als eine schmierige Masse aus-scheiden, die durch Filtration leicht getrennt werden kann. DurchUmkrystallisiren unter Anwendung von Thierkohle wird das Prä-parat vollständig rein und weiss.

Prüfung. Das Gaffeein krystallisirt in langen, biegsamen,weissen, seidenglänzenden, geruchlosen, schwach bitter schmecken-