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Anleitung zur Darstellung und Prüfung chemischer und pharmaceutischer Präparate : ein auf eigene Erfahrungen gegründetes, insbesondere den Apothekern gewidmetes praktisches Hülfsbuch
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240
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Baryum oxydatum chloricum.

ständige wässrige Lösung des chlorsauren Ammoniaks durchätzende Barytlösung mit Hülfe der Wärme in chlorsauren Barytund freies Ammoniak umgewandelt.

1 M.-G. NH 4 0 + C10 5 und 1 M.-G. Bau bilden:1 M.-G. BaO + C10 5 + HO und i M.G. ]NH 3 .

Da man die Stärke der aus den rohen Materialien (Schwe-felbaryum und Kupferoxyd, oder salpetersaurem Baryt und Eisen-feile) frisch bereiteten und concentrirten Barytlösung nicht genaukennt, so lässt sich auch die Quantität der erforderlichen Baryt-lösung zum Voraus nicht bestimmen. Um alle Chlorsäure an denBaryt zu binden, muss von letzterm ein Ueberschuss genommenwerden, der sich, wenn kein Ammoniak mehr entweicht, an deralkalischen Reaction der Flüssigkeit erkennen lässt, und in so-fern ohne allen Nachtheil ist, weil er während des Abdampfenszur Trockne durch den Einfluss der Luft ganz oder grösstentheilsin unlöslichen kohlensauren Baryt übergeht. Sollte das Salz beimWiederaufiösen noch alkalisch reagiren, also noch ätzenden Barytenthalten, so genügt ein Strom von Kohlensäure, um auch diesenin unlöslichen kohlensauren Baryt zu verwandeln. Des kohlen-sauren Baryts kann man sich zur Zersetzung des chlorsaurenAmmoniaks nicht bedienen, denn dieses wird davon fast gar nichtzersetzt. — Aus den oben angeführten Gründen enthält das zurZersetzung mittelst Baryt vorbereitete chlorsaure Ammoniak stetseine geringe Menge Salmiak, der also die Bildung von ein wenigChlorbaryum veranlasst, welches jedoch beim Krystallisiren in dieletzte Mutterlauge übergeführt wird.

Der wiedergewonnene Weingeist besitzt (wegen Zersetzungeiner kleinen Menge chlorsauren Ammoniaks während der Destil-lation und Einwirkung des dabei auftretenden Chlors) gewöhnlicheinen schwach chlorätherartigen Geruch und eine saure Reaction,lässt sich aber doch zu manchen Zwecken wieder benutzen, z. B.zur Darstellung des Spiritus salis dulcis.

Prüfung. Der chlorsaure Baryt krystallisirt in farblosen, vier-seitigen Säulen, ist geruchlos und schmeckt stechend salzig, etwaskühlend. An der Luft bleibt er unverändert; in der Hitze verlierter erst sein Wasser, schmilzt dann, entwickelt unter SchäumenSauerstoff, dessen letzter Antheil zuweilen unter schwacher Ex-plosion entweicht, wird wieder trocken, und ist nun vollständig inChlorbaryum verwandelt, welches erst in stärkerer Glühhitze inFluss geräth, ohne sich dabei weiter zu verändern. Er löst sieh

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