Curare.
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dem Orinoco und dem Amazonenstrom wohnenden India-ner, dessen wirksamen Stoß' man von dein Saft vonStrychnos toxifera herleitet. <>
Es bildet ein fast schwarzes, hygroskopisches, sehrbitter schmeckendes, bis auf die reichlich vorhandenenPflanzentrümmer in Wasser zum grossen Theil löslichesExtract, welches innerlich in kleinen Dosen nicht giftig,in Wunden gebracht lähmend und schon bei sehr kleinenMengen tödtlich wirkt. Seine Abstammung ist unsicher;wahrscheinlich dienen zu seiner Herstellung verschiedenePflanzen, unter ihnen Paullinia Cururu, vielleicht auchStrychnos-Arten, ohwohl Strychnin und Brucin nichtdarin enthalten sind. Es kommt in irdenen Gefässen undin Calebassen vor; die Art der Verpackung gestattet aberauf den Werth und die auch durch sehr langjährige Auf-bewahrung nur wenig abnehmende Wirksamkeit keinensichern Schluss, vielmehr müssen darüber physiologischeVersuche an Thieren entscheiden. Mit dem strychnin-haltigen ostindischen Pfeilgift, dem Upas radja oderTieute darf es nicht verwechselt werden.
Den wirksamen Stoff des Curare bildet das Curarin,eine in farblosen, vierseitigen, sehr hygroskopischen Pris-men krystallisirbare Pflanzenbase, die sehr bitter, schwachalkalisch, in Wasser und Alkohol sehr leicht, aber nurschwierig in Euselöl und Chloroform, gar nicht in abso-lutem Aether, Schwefelkohlenstoff, Benzol und Terpen-thinöl löslich ist, aber sowohl sauren als alkalischenwässrigen Lösungen durch Schütteln mit Phenol ent-zogen werden kann. Mit mehreren starken Säuren giebtes krystallisirbare Salze. Beim Erhitzen wird es unterEntwickelung ammoniakalischer Dämpfe zersetzt; concen-trirte Schwefelsäure färbt es schön blau, concentrirteSalpetersäure purpurroth; die Lösung in concentrirterSchwefelsäure färbt sich auf Zusatz von rothein chrom-saurem Kali, ähnlich wie Strychnin aber minder schnellvorübergehend, schön violett.
Aufbewahrung': höchst vorsichtig.
Hirsch Prüf. etc. 33