Bromum — Brucinum.
verdampfen; ein etwaiger Rückstand wäre auf Metalle,namentlich Blei, zu prüfen.
Der Siedepunkt des Broms wird von der Brit. irr-thümlich auf nur 117° F. = 47,2° C. angegeben.
Aufbewahrung: vorsichtig in einer mit Glasstöpsel aufdas Sorgfältigste verschlossenen Flasche, welche in ein anderes,grösseres Glas- oder Metall- (besser Porzellan-) Gefäss ein-gesetzt ist, im Kalten.
Brucinum.
C 46 H 26 N 2 0 8 = Ör = 394; krystallisirt Br, 8HO = 466.
Farblose, geschoben vierseitige Prismen oder perl-glänzende Blättchen, oder weisses Krystallpulver, an derLuft etwas verwitternd, wenig über 100° schmelzend, beistärkerer Hitze unter tbeilweiser Verflüchtigung ohneRückstand verbrennend. Löst sich im wasserfreien Zu-stande in 500 Tb., kochendem und in 850 Th. kaltemWasser, im frisch krystallisirten in 150 Th. kochendemund 320Th. kaltem Wasser, reagirt alkalisch und schmecktstark und anhaltend bitter. In absolutem und in wässri-gem Weingeist, sowie in Chloroform ist das Brucin sehrleicht löslich, schwieriger in Petroleumäther, nicht inabsolutem Aether. Löst sich in reiner concentrirter Schwe-felsäure mit blassrosenrother Farbe. Reine Salpetersäurevon etwa 1,2 löst das Brucin mit tiefrother Farbe, welchebei vorsichtigem Erwärmen allmälig in gelb, und auf nun-mehrigen Zusatz von Zinnchlorür oder unterschweflig-saurem Natron in ein tiefes Violett übergeht, im letzternFall unter baldiger Trübung durch Ausscheidung vonSchwefel. Chlorgas zu in Wasser vertbeiltem Brucin ge-leitet, löst dasselbe zu einer erst gelben, später rothenbis blutrothen Flüssigkeit, die sich zuletzt wieder ent-färbt; ein Gehalt an Stryehnin würde sich hierbei durchBildung von unlöslichem Chlorstrychnin zu erkennen ge-ben. Salicin zerfällt beim Erwärmen mit verdünnter Salz-säure in Zucker und Saligenin, welches letztere bei fort-dauerndem Erhitzen rasch in Saliretin übergeht, das sich