Quantität. Anwendung d. Reagentien — Auf bewahr, d. Reagentien. 207
sungen einen Niederschlag von Weinstein, dersich bei der Neutralisation oder Uebersättigungmit Kali wieder löst, und auch in Mineralsäurenlöslich ist.Kali hypermanganicum darf niemals im Ueber-schuss angewandt werden, wenn durch seineEntfärbung die Gegenwart desoxydirender oderorganischer Substanzen (S. 139) nachgewiesenwerden soll.
Der Aufbewahrung der Reagentien wird häufig zuwenig Sorgfalt geschenkt, und es treten demzufolge mit-unter ganz unerwartete und befremdliche Erscheinungenauf, die ihre Lösung in den Verunreinigungen, Verände-rungen, Zersetzungen finden, welche die Reagentien inder Zeit ihrer Aufbewahrung erlitten haben.
Zunächst hat man darauf zu achten, dass die Sub-stanz des Glases nicht von ihnen angegriffen werde, unddass die zugehörigen Glasstöpsel genau und fest schliessendeingeschliffen sind. Gläser, welche leichtflüchtige Sub-stanzen enthalten, wie Bromwasser, Ammoniak, Salzsäure,versieht man ausser dem Stöpsel noch mit einer aufge-schliffenen Kapsel, die an der Schlussfläche mit ein we-nig Talg bestrichen wird. In derselben Weise hebt man dieflüchtigen Aetzlaugen auf, wenn man nicht vorzieht, siemit dem Mohr'schen Kalkverschluss zu versehen. Mangebe ferner den Reagentien eine Stelle, die dem Wechselder Temperatur wenig ausgesetzt und im Allgemeinenkühl ist; andernfalls begegnet es sehr leicht, dass sichbei zunehmender Wärme die Stöpsel, und zwar am leich-testen die Stöpsel solcher Gefässe lüften, deren Inhaltleicht Gas oder Dämpfe austreten lässt, wie die flüchtigenSäuren, Ammoniak etc. Hierin liegt gerade ein Haupt-grund für die Verunreinigung der Reagentien bei ihrerAufbewahrung; so ziehen z.B. sehr häufig die flüchtigenSäuren Ammoniak an, und demzufolge sehen die Gefässe