Strömende Elektrizität.
verursachen. Sie werden sogar zur Behandlung (,,Arsonvalisation") gewisserKrankheiten benutzt.
Ebenfalls hochfrequente Ströme, aber von weit niedrigerer Span-nung (bis zu einigen Hundert Volt), anderseits von größerer Strom-stärke (2—3 Ampere) benutzt man zur Diathermiebehandlung,deren Wesen darin besteht, daß innerhalb des menschlichen Körpersselbst erhebliche Mengen Joule scher Wärme erzeugt werden. Gleich-ströme und Wechselströme niedriger Wechselzahl können hierzu nichtbenutzt werden, da sie viel zu starke, ev. tödliche Reizwirkungenverursachen würden. Aber auch noch gewöhnliche Hochfrequenz-ströme würden unangenehme Erscheinungen machen, wenn ihreStromstärke so stark wäre, wie es zur Erzielung wirksamer Strom-wärme erforderlich ist. Um solche Nebenwirkungen ganz zu vermeiden,sind Schwingungen erforderlich, die möglichst zahlreich pro Sekundeund möglichst kontinuierlich erfolgen; solche Schwingungen erhältman mittels der Löschfunken [§ 214J.
Wenn oben gesagt wurde, daß die mittels gewöhnlicher Funkenstreckeerzeugten Hochfrequenzströme eine Wechselzahl von ca. 1 Million haben,so ist das insofern richtig, da jede Oszillation ca. 1 Milliontel Sekunde dauert.Es ist aber ergänzend hinzuzufügen, daß solche rasche Oszillationen keineswegskontinuierlich vorbanden sind. Ein gewöhnlicher elektrischer Funken bestehtnämlich aus ca. 15—20 gedämpften Oszillationen, die zusammen etwa V50000Sekunde dauern. Da man nun höchstens 100 derartige Funken pro Sekundeerzeugen kann, so entsteht nach jedem Funken eine Pause, die 500mal längerist als die Wirkungszeit. Tatsächlich sind also hier nur etwa 100x20, alsoca. 2000 Oszillationen in der Sekunde vorhanden. Bei Anwendung von Lösch-funken kann man dagegen pro Sekunde bis zu 20000 Funken erzielen, vonderen jedem wieder ein Zug stark gedämpfter Schwingungen ausgeht, so daßdie Pausen hier ganz erheblich kürzer sind.
§216. Elektrische Wellen. Hertzsche Versuche. Von der Funken-strecke bzw. vom freien Ende eines Schwingungskreises breiten sichdie elektrischen Schwingungen in die umgebende Luft in Form vonelektrischen Wellen aus 1 . Diese elektrischen Wellen gehen nurdurch Dielektrica, nicht durch Metalle hindurch und sind den Licht-wellen vollkommen analog. Wie diese sind sie also ebenfallsan den Äther als Substrat gebunden und gehorchen auch den gleichenGesetzen der Reflexion, Brechung, Interferenz und Polarisation; auchhaben sie dieselbe Geschwindigkeit, nämlich v = 300000 km proSekunde. Sie unterscheiden sich von den Lichtwellen nur quanti-tativ, in dem ihre Länge erheblich größer, ihre Schwingungszahl somit,entsprechend der Formel v = nX [§61], erheblich kleiner ist.
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1 Gleichzeitig mit den elektrischen Schwingungen, aber senkrecht zuihnen, breiten sich übrigens auch magnetische Schwingungen aus.
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