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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Strömende Elektrizität.

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§ 193. Elektromagnete. Solange ein elektrischer Strom um einenEisenstab geht, ist dieser magnetisch. Ein solcher durch den elek-trischen Strom erzeugter Elektromagnet besitzt einen zwar nurtemporären, aber äußerst starken Magnetismus. Nach der Molekular-theorie kann man sich vorstellen, daß der Strom ebenso wie die Magnet-nadel auch alle Molekularmagnete in eine bestimmte Richtung bringt.Dadurch ist verständlich, daß auch für Elektromagnete das in § 152über Koerzitivkraft, Hysteresis, remanenten Magnetismus Gesagte

Fig. 163.

Geltung hat. Die Lage des Nordpols findet man wieder leicht nach derAMPfeREschen Regel. Ferner ergibt eine einfache Überlegung, daß,wenn man von oben auf einen Südpol sieht, der Strom im Sinne desUhrzeigers verläuft, beim Nordpol umgekehrt (Fig. 163).

Von den unzähligen auf Elektromagnetismus beruhenden Apparatenseien hier nur zwei beschrieben. Beim Telegraphen 1 von MORSE wird aufder Geberstation G (Fig. 164) durch Druck auf den Knopf des sog. Schlüssels

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Fig. 164.

der von der Batterie B gelieferte Strom geschlossen; während dieser Zeitwird auf der Empfängerstation JE ein Elektromagnet wirksam und zieht einenAnker an. Dabei wird durch Hebelwirkung ein Schreibstift gegen einen durchein Uhrwerk gleichmäßig schnell vorbeibewegten Papierstreifen gedrückt undmacht je nach der Dauer des Stromes Punkte und Striche. Aus diesen setztsich dann das sog. MORSE-Alphabet zusammen. Da aber bei großen Entfer-nungen der'Widerstand im Drahte zu groß wird, so daß der Elektromagnetnicht kräftig genug funktioniert, so wendet man ein sog. Beiais an. Hier hatder erste Elektromagnet nur einen sehr leichten Hebel anzuziehen, durch den

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