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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Strömende Elektrizität.

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Kathode 1 . Unter Anode und Kathode ohne nähere Bezeichnung ver-steht man stets den äußeren positiven oder negativen Pol. DurchVereinigung mehrerer Elemente entsteht eine galvanische Batterie.

Die älteste Form derselben ist die Voltasche Säule; sie besteht aus ab-wechselnd übereinandergeschichteten Zink- und Kupferplatten, zwischen denenimmer befeuchtete Tuchlappen liegen. Die Reihenfolge ist also hier Zmk, Feuch-tigkeit, Kupfer; Zink, Feuchtigkeit, Kupfer usw. E.ne Abart ist die ZAMBONI-sche Säule , die aus 10002000 Plattenpaaren von unechtem Gold- und Silber-papier zusammengesetzt ist, wobei die kupfer- bzw. zinnhaltigen Metallseitenjedes Paares gegeneinander sehen. Die im Papier stets enthaltene Feuchtig-keit bildet die erforderliche Flüssigkeit.

Eine nähere Beschreibung einiger moderner galvanischer Elementeerfolgt im § 188. Zunächst sollen einige für das Verständnis des gal-vanischen Stroms notwendige Grundbegriffe erläutert werden, nämlichelektromotorische Kraft, Stromstärke und Widerstand.

§ 173. Als elektromotorische Kraft (E) bezeichnet man diejenige(ihrem Wesen nach ufabekannte) Kraft, die Elektrizität in Bewegungsetzt. Sie ist z. B., wie wir sahen, wirksam bei der Berührung zweierverschiedener Metalle, indem sie die in denselben bis dahin im Gleich-gewicht bzw. neutralen Zustande befindliche Elektrizität so ver-schiebt, daß eben ein Metall positiv, das andere negativ elektrischwird. Die elektromotorische Kraft ist also die Ursache einer Potential-differenz, aber nicht identisch mit dieser [vgl. § 177]. Eine Potential-differenz ist nicht möglich ohne eine elektromotorische Kraft; wohlaber können elektromotorische Kräfte ohne Potentialdifferenzen auf-treten (z. B. bei der Induktion). Die durch die elektromotorischeKraft erzeugte Potentialdifferenz ist am größten an den Polen derStromquelle. Sind diese durch eine überall gleichmäßige Leitungverbunden, so findet ein kontinuierlicher Abfall des Poten-tials oder, wie man auch sagt, ein kontinuierlicher Spannungs-verlust vom positiven zum negativen Pole hin statt. Ist jedoch aneiner Stelle der Leitung ein Widerstand eingeschaltet, so herrschtzu beiden Seiten desselben eine größere Potentialdifferenz, als sieohne den Widerstand an den betreffenden Stellen existieren würde(weil eben zur Überwindung des Widerstandes elektromotorischeKraft verbraucht wird); und bei unendlich großem Widerstand, d. h.bei völliger Unterbrechung der Leitfing, ist die Potentialdifferenz einMaximum. Wegen ihrer nahen Verwandtschaft mißt man elektro-motorische Kräfte ebenso wie Potentialdifferenzen durch ein gemein-schaftliches Maß, nämlich Volts [§ 160]. Die Messung selbst erfolgtdurch Elektrometer [§ 162] bzw. in der Praxis durch Voltmeter [§ 192 j.

§ 174. Als Stromstärke oder Stromintensität (I), bezeichnet

1 öSös Weg, ävd aufwärts, xatd hinab. Also Elektrode = Weg der Elektrizi-tät, Anode = Eintrittsstelle, Kathode = Austrittsstelle des elektrischen Stromes.