Statische Elektrizität.
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Fig. 143.
den Handgriffen C und D befestigten Konduktorkugeln sowie mitzwei Leidener Flaschen (A und B) in Verbindung stehen. Vor jederScheibe befindet sich ferner ein sogenannter Ausgleicher oder Anreger(in Fig. 142 sieht man nur den vorderen BS, während der hintere,senkrecht zu diesem stehende unsichtbar ist), an dessen Enden Me-tallpinsel sitzen, die auf den Stanniolbelägen schleifen.
Zur ungefähren Erklärung der (in Wirklichkeit viel komplizierteren)Verhältnisse diene die schematische Fig. 143. in der der innere und äußereKreis die vordere bzw. hintere Scheibe vorstellt, ab den vorderen, cd den hinterenAusgleicher. Zunächst sei angenommen, daß sich nur der innere Kreis in derPfeilrichtung bewegt, und daß der Sektor bei aetwas negative Elektrizität (etwa vom letztenGebrauch her) besitzt. Geht derselbe an denSektoren des äußeren Kreises vorbei, so entstehtdurch Influenz in diesen positive und negativeElektrizität, die sich aber bald wieder aus-gleichen, wenn der Sektor vorbei ist. Kommtletzterer aber an die Stelle d, wo der Aus-gleicher cd die hintere Scheibe berührt, so ent-steht dort gebundene positive Elektrizität,während die freie negative durch den metalli-schen Ausgleicher nach c hinströmt. Da sich
nun auch der äußere Kreis (die hintere Scheibe) in umgekehrter Richtungwie der innere (die vordere Scheibe) dreht, so entsteht in allen ihren Sektorenlinks von d positive, in denen rechts von c negative Elektrizität. Kommt nuneiner der negativ geladenen hinteren Sektoren an die Stelle b, wo der vordereAusgleicher die vordere Scheibe berührt, so influenziert er hier positive (ge-bundene) Elektrizität, während die negative durch den Ausgleicher nach aabströmt, welches ja die Stelle war, von der wir ausgingen. Zugleich ziehendie bei 5 vorübergehenden positiven Sektoren der hinteren Scheibe negativeElektrizität an und stoßen die positive durch den Ausgleicher nach 4. Es resul-viert daraus eine immer stärkere Ladung der Sektoren derart, wie es in derFigur durch die Zeichen -f- und — angedeutet ist. In zwei Quadranten (I undIII ) ist also die Elektrizität beider Scheiben gleichnamig. Dort bringt man dieSpitzenkämme an, die dann den mit ihnen verbundenen Konduktoren fort-während positive bzw. negative Elektrizität zuführen.
§ 168. Entladung. Ein elektrisch geladener Körper kann einmaldadurch entladen werden, daß man ihn mit einem anderen Körpervon niedrigerem Potential, insbesondere mit der Erde, leitend ver-bindet; dann fließt die Elektrizität in kontinuierlichem Strom ab,auf dessen Gesetze im nächsten Abschnitt eingegangen werden soll.Ist jedoch die Spannung der Elektrizität genügend hoch 1 , so findeteine Entladung auch durch einen Isolator hindurch statt. Und zwarerfolgt dieselbe, wenn sich in der Nähe des geladenen Körpers ein
1 Bei Entladung zwischen 2 Kugeln von 1 cm Durchmesser ist z. B. füreinen Funken von 0,1 bzw. 1 bzw. 10 mm Länge eine Spannung von ca. 1000bzw. 5000 bzw. 30000 Volt erforderlich.