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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Statische Elektrizität.

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wird das Blättchen aus seiner Ruhelage (die einer Spaltrichtung entspricht)abgelenkt. Und zwar ist seine Drehung, die man durch Spiegelablesung (mittelsdes Spiegels S) mißt, proportional der übergegangenen Elektrizitätsmenge bzw.dem Potential des zu messenden Körpers; auch läßt die Richtung zugleich dieArt der übergegangenen Elektrizität erkennen. Man kann auch umgekehrt dasAHiminiumblättchen auf ein bekanntes hohes Potential laden und entweder denzu messenden Körper mit dem einen Quadrantenpaar verbinden, während dasandere Paar zur Erde abgeleitet wird, oder aber die Drähte A und B an zweiStellen legen, deren Potentialdifferenz gemessen werden soll.

§ 163. Verteilung der Elektrizität. Da gleichnamige Elektrizitäts-mengen sich abstoßen, so folgt unmittelbar daraus, daß sich bei Leiterndie Elektrizität stets an der Oberfläche befinden muß. Experi-mentell wies dies Faraday dadurch nach, daß er sich mit einem Elek-troskop in das Innere eines isoliert aufgestellten Metallkäfigs begab.Wurde das Elektroskop mit dessen Wand leitend verbunden, so zeigtees auch bei stärkster Elektrisierung des Käfigs keinen Ausschlag.Die Elektrizitätsmenge pro Flächeneinheit heißt elektrische Dichte(genauerOberflächendichte") und ist der Elektrizitätsmenge direkt,dem Krümmungsradius umgekehrt proportional. Auf einer Kugelist die Dichte also überall gleich, und um so größer, je kleiner dieKugel ist. Am größten ist die Dichte an Hervorragungen, besondersau Spitzen, Hier bekommt die zentrifugale Kraft das Übergewicht,und trotz der umgebenden Isolatoren strömt- Elektrizität aus, wobeiLichterscheinungen [§ 168] entstehen können. Auch wird an starkgeladenen Spitzen der elektrische Wind beobachtet, der daraufberuht, daß Luft- und Staubteilchen angezogen, gleichnamig geladendann kräftig abgestoßen werden.

§ 164. Elektrische Influenz. Elektrizität entsteht auch schondurch Annäherung eines elektrischen Körpers. Man spricht dann vonInfluenzwirkung 1 . Zur Erklärung nimmt man an, daß schon injedem unelektrischen Körper beide Arten von Elektrizität vorhandensind, jedoch so, daß sie sich neutralisieren. Nähert man nun einemsolchen unelektrischen Körper B (Fig. 136) einen elektrischen Körper

B

GZ3

A

-v

B

Eig. 130.

Fig. 137.

A, so wird die gleichnamige Elektrizität von B in das abgewandteEnde gestoßen, die ungleichnamige in das zugewandte angezogen.Letztere heißt dann gebundene, erstere freie Elektrizität. Wird

1 influo hineinfließen, beeinflussen.Guttmann, Grundriß der Physik. 17. 20. Aufl.

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