Druckschrift 
Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
Entstehung
Seite
139
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Magnetismus.

139

alle diese heißen paramagnetisch. Manche Körper, z. B. Wismutund Antimon, werden dagegen von Magneten abgestoßen; sie heißendiamagnetisch. Die Erklärung dieser Erscheinung ist ähnlich wiedie des Auftriebs. Trotzdem alle Körper der Schwere unterworfensind, entfernen sie sich doch von der Erde, wenn sie sich in einer Flüssig-keit von größerem spezifischen Gewichte befinden. Ebenso wird einKörper dann von einem Magneten abgestoßen, wenn das Medium, indem er sich befindet, stärker als er selbst vom Magneten angezogenwird. Daraus geht hervor, daß ein und derselbe Körper sowohl para-wie diamagnetisch sein kann.

§ 156. Erdmagnetismus. Ein frei beweglicher Magnet, z. B. eineMagnetnadel, nimmt eine ungefähr noidsüdliche Richtung ein; daraufberuht der für Seeleute unentbehrliche Kompaß. Diese Erscheinungkann nach dem Gesetze von der magnetischen Anziehung nur so ge-deutet werden, daß die Erde selbst ein großer Magnet ist, und zwarliegt ihr Südpol im Norden, der Nordpol im Süden. Indes liegen diemagnetischen Pole der Erde nicht genau an den geographischen.Denn eine Magnetnadel zeigt nicht genau von Norden nach Süden,sondern weicht seitlich von dieser Richtung ab, und zwar ist dieseAbweichung, die sogenannte Deklination, also der Winkel zwischenastronomischem und magnetischem Meridian, für jeden Ort verschieden.Außerdem steht eine Magnetnadel auch nie genau horizontal, sondernstets geneigt; diese I riüLnat.ion, also der Winkrl zur Horizontal -ebene, hängt ebenfalls von der Lage des betreffenden Ortes ab.

Dasselbe gilt auch für die Intensität des Erdmagnetismus, dienatürlich an den magnetischen Polen am größten ist. Man kann sichdie Totalintensität (T Fig. 131) in eine vertikale (V) und eine hori-zontale (H) Komponente zerlegt denken. Letztere, diesogenannte Horizontalintensität des Erdmagnetis-mus kann, ähnlich wie die Erdanziehung durch Pendel-schwingungen, aus den Schwingungszeiten einer in Be-wegung versetzten horizontalen Magnetnadel berechnetwerden; sie ist nämlich an verschiedenen Orten der Erdeumgekehrt proportional den Quadraten der Schwingungs-zeiten. Die Totalintensität ergibt sich dann aus derFormel H = T cos i, wo i der Inklinationswinkel ist. Die Linien,welche Orte gleicher Deklination, Inklination, Intensität verbinden,heißen Isogonen, bzw. Isoklinen, bzw. Isodynamen. Alle dieseerdmagnetischen Elemente zeigen tägliche, säkulare und unregel-mäßige Schwankungen.

>H

'Urfa*^