Interferenz und Polarisation.
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zeitig schwingen seine Teilchen alle senkrecht zur Einfallsebene.Bildet M'N', der Analysator, denselben Winkel zur Achse, die hiermit dem Lichtstrahl bc zusammenfällt, so kann er nur dann bc voll-ständig reflektieren, wenn die Einfallsebene abc parallel zur Einfalls-ebene bcd ist. Dies ist aber nur der Fall, wenn M'N' zu MN ent-weder so steht wie in der Figur oder aber (unter Beibehaltung seinerNeigung zur Achse bc) um 180° gedreht ist. Wird dagegen M'N' um90° bzw. 270° gedreht, so daß also jetzt die Einfallsebene bcd senk-recht zu abc steht, so wird kein Licht an M'N' reflektiert. Drehtman also M'N' einmal vollständig im Kreise herum, so findet für einAuge in d viermal ein allmählicher Wechsel zwischen Hell und Dunkelstatt. Benutzt man als Analysator einen Satz Glasplatten und be-obachtet das durchgehende Licht, so sind die Erscheinungen analog,jedoch gerade umgekehrt.
§ 145. Interferenz polarisierten Lichtes. Polarisierte Lichtstrahlenzeigen nur dann Interferenzerscheinungen, wenn sie in einer Ebeneschwingen. Derartige Interferenzerscheinungen treten z. B. auf, wennman ein dünnes Gipsblättchen zwischen Polarisator und Analysatoreines Polarisationsapparates bringt. Ein solches Gipsblättchen liefertdurch Doppelbrechung 1 zwei senkrecht zueinander polarisierte Strah-len, die sich mit verschiedener Geschwindigkeit fortpflanzen. Durchden Polarisator in die Richtung ab (Fig. 125) gebrachte Lichtstrahlenwerden also durch das Gipsblättchen in zweiTeilstrahlen zerlegt, die etwa in den Rich-tungen ef und gh schwingen [vgl. § 143, letztenAbsatz], und diese Teilstrahlen am Analysatorwieder in Komponenten nach den Richtungenab und cd. Je nachdem nun der Analysatorparallel oder senkrecht zum Polarisator steht,gehen nur die in der Richtung ab bzw. cdschwingenden Komponenten durch ihn hin-durch. Jedenfalls haben aber die vorher recht-winklig zueinander polarisierten Strahlen nach Passieren des Analysa-tors dieselbe Schwingungsebene, und da sie ferner aus Komponentenbestehen, die infolge der Doppelbrechung einen Gang-, somit aucheinen Phasenunterschied, abhängig von der Dicke des Gipsblättchens,besitzen, so werden sie sich durch Interferenz schwächen oder ver-stärken. Das Gesichtsfeld wird also bei Anwendung einfarbigen
1 Da in der Richtung der optischen Achsen keine Doppelbrechung statt-findet [§ 142], muß bei Anwendung parallelen Lichtes ein solches Gipsblättchenparallel zur optischen Achse geschnitten sein; bei Anwendung konvergentenLichtes kann es dagegen auch senkrecht zur Achse geschnitten sein, da hierdie schräg einfallenden Strahlen Doppelbrechung erleiden.
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