Dispersion, Absorption, Spektralanalyse.
117
keine, so ist er entweder weiß oder ganz durchsichtig, je nachdem eralle Strahlen reflektiert oder ganz durchläßt. Absorbiert er alle Strahlen,so sieht er schwarz aus. Absorbiert er nur bestimmte Strahlen, sonimmt er die entsprechende Komplementärfarbe an, weil die absor-bierten Strahlen natürlich im reflektierten bzw. durchgelassenen Lichtefehlen. Es folgt daraus, daß ein roter Körper (der ja grünes Lichtabsorbiert) in weißem und rotem Lichte rot, in grünem schwarz aus-sieht, daß ein rotes und ein dahinter befindliches grünes Glas eineundurchsichtige Verbindung geben usw.
Während die Vereinigung von Sxiektralfarbcn Additions- oder Summa -tionsfarbcn ergibt, erhält man dureh Mischung von Körperfarben Differenz-oder Subtraktionsfarben. Läßt man z. B. weißes Licht erst durch ein blauesGlas gehen (das die roten,' gelben, violetten Strahlen absorbiert), dann durchein gelbes Glas (das die roten, blauen, violetten absorbiert), so beibt hauptsäch-lich grünes Licht übrig. Dasselbe gilt für die Mischung von blauem und gelbemundurchsichtigem Farbstoff („Pigment"). Die subtraktive Mischung vonBlau und Gelb ist also Grün, während die additive Weiß ist [§ 129].
§ 132. Spektralanalyse. Da das Spektrum eines Körpers nichtsanderes ist, wie die Nebeneinanderstellung der von ihm ausgesandtenLichtstrahlen, geordnet nach ihren Schwingungszahlen, so ist klar,daß man aus der Beschaffenheit desselben auf den Körper schließenkann. Diese von Kirchhoff und Bunsen entdeckte Untersuchungs-methode, die sich durch äußerste Feinheit auszeichnet, z. B. auch zurEntdeckung mancher chemischen Elemente geführt hat, heißt Spek-tralanalyse.
Fig. 109 zeigt das Schema eines Spektralapparates. Durch einenschmalen Spalt des sogenannten Kollimatorrohres 1 A dringen Strahlen vondem zu untersuchenden Körper ein und werden durch eine Sammellinse parallelauf das Prisma P geworfen, dort disper-giert und zugleich in das Fernrohr B ge-lenkt. Dort entsteht durch das Objektivein umgekehrtes Bild des Spektrums, dasdann durch eine Lupe betrachtet wird.Gleichzeitig wird durch das Prisma in dasFernrohr das Bild einer Skala geworfen,welche am vorderen Ende des sog. Skalen-rohres C in Glas eingeritzt ist; dieselbedient zur Orientierung im Spektrum. —Für die Zwecke der Praxis benutzt manhandliche Spektroskope, bei denen eineinziges Rohr Spalt, geradsichtiges Prisma[§ 129] und Fernrohr enthält.
§ 133. Emissionsspektra. Wenn Körper in glühendem Zustandeselbst Strahlen aussenden, liefern sie sog. Emissionsspektra.
Um Körper glühend zu machen, bringt man sie entweder in die Flamme
Fig. 109.
1 verdorben aus collineo in gerade Linie bringen.