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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Optik.

eines Bunsenbrenners oder, wenn diese Hitze nicht genügt, in ein Knallgas-gebläse oder endlich in den elektrischen Flammenbogen. Eventuell läßt manauch den elektrischen Funken zwischen zwei Elektroden des betr. Metalls übergehen. Um Gase leuchtend zu machen, schließt man sie sehr verdünnt in sog.GEISSLERsche Rühren [§ 206] ein und sendet elektrische Funken hindurch.

Die Natur der Spektra ist abhängig von der molekularen Be-schaffenheit des betreffenden Körpers. Da bei festen und flüssigenKörpern im Zustande der Weißglut den dicht zusammengedrängtenMolekülen alle möglichen Schwingungszahlen zukommen, so werdenalle möglichen Farben von ihnen ausstrahlen: es entsteht daher einkontinuierliches Spektrum, bei dem die Farben ineinander über-gehen. Je weiter die Moleküle voneinander entfernt sind, desto eherkönnen sie die ihnen eigentümlichen Schwingungen ausführen, ohnedurch Zusammenprall mit anderen gestört zu werden. Es haben daherDämpfe und Gase bei hoher Temperatur und geringer Dichte einLinienspektrum, d. h. ein Spektrum mit bestimmten farbigenLinien, das bei niedriger Temperatur, größerer Dichte und dickererSchicht des Gases in ein Bandenspektrum, d. h. ein Spektrum mitbreiteren hellen Bändern, übergeht. Ein Linienspektrum ist charak-teristisch für Elemente, während chemische Verbindungen meist einBandenspektrum haben.

;j 134. Absorptionsspektra. Wird von weißem Licht, das durcheinen Körper hindurchgegangen ist, ein Spektrum entworfen, sozeigen sich an gewissen Stellen dunkle Linien oder Bänder, dieden vom Körper absorbierten Strahlen entsprechen. Dies sind so-genannte Absorptionsspektra. Um sie zu erhalten, stellt man denbetreffenden Körper zwischen eine weiße Lichtquelle und das Kolli-matorrohr des Spektralapparates; Flüssigkeiten bringt man hierzu inGefäße mit planparallelen Glaswänden. Einen Wert bekamen dieseUntersuchungen aber erst, als Kirchhoff das berühmte Gesetz auf-stellte, daß jeder leuchtende Körper gerade diejenigenStrahlengattungen am stärksten absorbiert, die er selbstauszusenden vermag (s. u.). Danach kann also aus der Zahl undStellung der schwarzen Linien und Bänder ebenfalls auf die Naturder betreffenden Körper geschlossen werden. Man erklärt dies da-durch, daß die Körpermoleküle auf eine bestimmte Schwingungszahlabgestimmt sind, daß sie also Wellen von derselben Schwingungszahlam leichtesten aussenden und auch aufnehmen können. Es sind mitbinanaloge Verhältnisse wie beim Mittönen [§ 70], Um einen Vergleich! Au gebrauchen, so wird derjenige eine fremde Sprache am besten ver-stehen (absorbieren), der sie selbst sprechen (emittieren) kann. Vonden wichtigen Folgerungen aus dem Kirchhoff sehen Gesetze sei hiernur die Erklärung der sogenannten Fraunhofer sehen Linien an-