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Optik.
linse kann man auch zwei total reflektierende Prismen [§ 117] be-nutzen. Da ein solches Prisma, wie Fig. 105 zeigt, eine Umkehrungnur in einer Richtung bewirkt, sind eben zwei in solcher Anord-nung erforderlich, daß das vom Objektiv gelieferte Bild sowohl in
Mg. 105.
Fig. 106.
bezug auf rechts und links, wie auch in bezug auf oben undunten umgekehrt wird, worauf es duich das Okularsystem betrachtetwird (Fig. 106). Derartige Prismenfernrohre finden, meist in Formvon Doppelfernrohren, in der Neuzeit ausgedehnte Verwendung.
Als Feldstecher und Operngläser sind sie den holländischen Fernrohrennicht nur wegen ihrer stärkeren Vergrößerung und Handlichkeit überlegen,sondern auch wegen ihrer besseren Tiefenplastik. Da nämlich der Abstandihrer Objekte größer ist als der Augenabstand, sieht jedes Auge den betr. Gegen-stand besser von der Seite, worauf eben das körperliche Sehen beruht [§ 128].Besonders ist dies der Fall bei den Scherenfernrohren, wo die Objektiveam Ende langer Arme sitzen, die horizontal nach links und rechts hinausragen
und zugleich auch drehbar sind (wie die Armeeiner Schere, daher der Name). Dies hat wieder denVorteil, daß der Beobachter gedeckt hinter einerMauer usw. stehen kann, während die über dieMauer ragenden Objektive das gewünschte Bild, t liefern. — Ebenfalls auf Prismenwirkung beruhendie Periskope (Sehrohre) der Unterseeboote.
§ 128. Stereoskop. Die Fähigkeit, stereo-skopisch 1 zu sehen, d. h. Gegenstände alsKörper, also nach drei Dimensionen wahr-zunehmen, wird erst allmählich erworbenund hat verschiedene Ursachen. Vor allemerhält beim binokularen Sehen das rechteAuge einen etwas anderen Eindruck voneinem Objekte wie das linke, und diese beidengleichzeitigen Eindrücke werden im Gehirnzu einem einzigen verschmolzen. Hieraufberuht auch das Stereoskop. Sein Prinzip
1 orageös starr, fest, körperlich.