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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Optik.

brocken, desto „optisch dichter" ist er 1 . Luft hat z. B. den Brechungs-exponenten 1, Wasser 1,3, Glas und Öl 1,5. Die stärkere Brechungdes Lichts in einem dichteren Medium beruht ebendarauf, daß in einemsolchen die Fortpflanzungsgeschwindigkeit kleiner wird 2 [vgl. §§ 61,63]. Es wird hier also sin a > sin ß und n ^> 1. Mit anderen Worten,der Lichtstrahl wird im dichteren Medium dem Einfallslot zu ge-brochen. Beim Übergang des Lichts in ein dünneres Medium liegendiese Verhältnisse umgekehrt. Und zwar hat das BrechungsVerhältniszwischen einem Medium a und einem Medium b genau den reziprokenWert wie zwischen b und a. Geht also z. B. Licht aus Luft in Wasser,so ist n = 4/3, geht es umgekehrt aus Wasser in Luft, so ist n = 3/4.Für Luft/Glas ist n — 3/2, für Glas/Luft ist n = 2/3. Brechung findetaber nur bei schräg auffallenden Strahlen statt; senkrecht auffallendegehen ungebrochen weiter.

Auf der Brechung beruht es z. B., daß Gegenständeim Wasser der Oberfläche näher zu liegen scheinen. Wennnämlich von & (Fig. 90) Strahlen ausgehen, die nach derBrechung an der Oberfläche des Wassers in das Auge beia fallen, so wird b in h' gesehen, weil Gegenstände immerin der Blickrichtung, hier also ac, projiziert werden. Eben-so erscheinen durch Brechung in den verschieden dichtenLuftschichten entfernte Gegenstände höher, ja sie werdenunter Umständen sichtbar, selbst wenn sie unter demHorizonte liegen (z. B. die Sonne). Auf gleichen Ursachenberuhen zum Teil die Fata morgana genannten Luftspiegelungen.

§ 117. Totale Reflexion.,' Beim Übergange aus einem dichterenin ein dünneres Medium ist der Brechungswinkel größer als der Ein-fallswinkel. Fallen die Strahlenschräg genug auf die Grenzfläche.so wird also der gebrochene Strahlparallel der Oberfläche verlaufen,z. B. coc' (Fig. 91), ja sogar voll-ständig in das alte Medium zurück-kehren müssen, z. B. dod'. Diese Er-scheinung heißt totale Reflexion.Da hierbei kein Licht durch Absorp-tion oder Lichtdurchtiitt verlorengeht, so ist klar, daß total reflek-tierende Flächen undurchsichtig sind, stark glänzen und die voll-

kFig. 91.

1 Ein optisch dichteres Medium ist in der Regel auch dichter im mecha-nischen Sinne. Doch gibt es auch Ausnahmen; so ist z. B. Benzol stärker licht -brechendals Wasser,trotzdem seinspezifisches Gewicht kleiner ist.— 2 FOUCAULTbewies dies auch experimentell und widerlegte damit die Emanationstheorie.Denn NEWTON hatte in der Annahme, daß sein Leuchtstoff nach dem Gravita-tionsgesetze von dichteren Körpern stärker angezogen würde, theoretisch das