Reflexion des Lichtes.
B. Reflexion des Lichtes (Katoptrik 1 ).
§ 111. Allgemeine Gesetze der Reflexion. Körper mit rauhenOberflächen zerstreuetn das auf sie fallende Licht nach allen Seiten(„diffuse Reflexion") und werden dadurch selbst sichtbar (z. B. Mond,Planeten usw.). Ihnen gegenüber stehen die Spiegel, glatte Flächen,welche ein Bild des lichtaussendenden Körpers entwerfen. Unter Bildeines Punktes versteht man nämlich den Punkt, an dem die vonjenem ausgehenden Lichtstrahlen sich wieder vereinigen. Da einGegenstand aus vielen Punkten zusammengesetzt gedacht werdenkann, ist die Größe seines Bildes durch die Bilder seiner äußerstenPunkte bestimmt. Wenn sich nun die Lichtstrahlen wirklich vor demSpiegel schneiden, so daß das Bild auch objektiv nachzuweisen ist,indem man es z. B. auf einem Schirm auffängt, so heißt es reeJJ—Vereinigen sich aber die Strahlen nicht wirklich, sondern liegt derPunkt, von dem sie scheinbar ausgehen, hinter dem Spiegel, so heißtdas Bild virtuell 2 oder imaginär. Ein solches, wie es z. B. Plan-spiegel liefern, kann man natürlich nicht auffangen. Reelle Bildersind stets umgekehrt, virtuelle aufrecht. Betreffs der Spiegelsei noch bemerkt, daß die gewöhnlichen Spiegel so hergestellt werden,daß eine Glasplatte auf der Rückseite mit einer Schicht von Zinn-amalgam belegt wird. Weil aber sowohl an dieser wie an der Vorder -fläche Reflexion stattfindet, sind Metallspiegel vorzuziehen. — DieHauptsätze der Reflexion sind noch einmal folgende [vgl. § 63]:
1) Einfallender Strahl, Einfallslot und reflektierterStrahl liegen in einer Ebene („Einfallsebene").
2) Der Reflexionswinkel ist gleich dem Einfallswinkel.§ 112. Ebene Spiegel (Planspiegel 3 ). Ebene spiegelnde Flächen
erzeugen Bilder, die dem Gegenstand symmetrisch sind und soweit hinter dem Spiegel liegen, wie derGegenstand vor ihm. Dieselben sind alsovirtuell.
Der vom Gegenstand a (Fig. 81) ausgehendeStrahl ab wird nämlich am Spiegel in der Rich-tung fccreflektiert. Verlängert man den auf MNsenkrechten „Hauptstrahl" aN über jV, und cbüber b, bis sie sich in a' schneiden, so sind dierechtwinkligenDreiecke abN und a'öiVkongru-ent (da ^1 a'bN = ,/ Mbc, und dieser nach§«3=^/a&iV. Polglich aN = a'N. Dasselbe giltauch für Strahl ade. Daraus folgt, daß die Rück-wartsverlängerung aller Strahlen durch a' geht. Fig 84..
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1 xatoTtxQiy.ös zu einem Spiegel (xd-ronr^ov) gehörig. — 2 virtus Kraft,Wirkung; also Phänomene, die wie Bilder wirken, ohne durch Vereinigungvon Lichtstrahlen entstanden zu sein. — 3 planus eben.
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