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Grundriß der Physik für Studierende, besonders für Mediziner und Pharmaceuten : mit 185 Abb.
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Änderung des Aggregatzustandes.

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<Fig. 74) Luft unter einem Druck von 200 Atmosphären durch das Bohr a indas weitere Rohr b gepreßt und strömt nach Öffnung des Ventils c aus, wobeieine Druckentlastung und somit auch Abkühlung (vgl. § 102 Anmerkung) statt-findet. Die abgekühlte Luft strömt durch d in den Mantel-raum ee und von hier aus durch / hindurch zur Pumpe zu-rück. (In Wirklichkeit sind b und ee, die in der schematischenFigur kurz und geradlinig gezeichnet sind, zwei Schlangen-rohre von großer Länge.) Auf diese Weise werden also diedurch b neu eintretenden Luftmengen von den durch eein entgegengesetzter Richtung strömenden bereits abge-kühlten Luftmengen immer wieder weiter abgekühlt, bisendlich Verflüssigung der Luft (bei ca. 190°) erfolgt.Die verflüssigte Luft fällt in die DEWARsche Flasche G[§ 103] hinab. Läßt man die flüssige Luft verdampfen, soentweicht zuerst Stickstoff (Siedepunkt bei195,6°) unddann erst Sauerstoff (Siedepunkt bei182,5°). Hieraufberuht ein Verfahren zur Gewinnung größerer Sauerstoff-mengen aus Luft.

§ 96. Hygrometrie. Für viele Zwecke ist esnötig, den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu kennen,d. h. ihre Sättigung mit Wasserdampf. Man unter-scheidet hierbei absolute Feuchtigkeit, d. h. diein 1 cbm Luft wirklich vorhandene Menge Wasser-dampf, und relative, d. h. das Verhältnis der vor-handenen Wasserdampf menge zu der, welche beivollkommener Sättigung vorhanden wäre. Zuweilendrückt man die Feuchtigkeit nicht durch die Mengen des Wasserdamp-fes in der Luft aus, sondern durch dessen (Partial-) Druck. Da mannun Sättigungsdruck den Druck nennt, der vorhanden ist, wenndie Luft für die betreffende Temperatur mit Wasserdampf gesättigtist [§ 93], so kann man relative Feuchtigkeit auch definieren als Quo-tient aus dem Dampfdruck des tatsächlich vorhandenen Wasserdampfsund dem Sättigungsdruck. Man gibt die relative Feuchtigkeit inder Regel in Prozenten an. Wärmere Luft braucht mehr Feuchtigkeitzur Sättigung als kalte. Wird daher die Luft abgekühlt, so wird siebei einer bestimmten Temperatur (dem sogenannten Taupunkt)gerade mit Wasser dampf gesättigt sein. Bei weiterer Abkühlungkondensiert sich der Wasserdampf zu Nebel, Tau, Regen.

Vollkommen reine Luft kann unter den Taupunkt abgekühlt werden, ohnedaß Kondensation eintritt. Letztere erfolgt aber, Wenn Rauch, Staubteilchenoder andere feste Körper (sog. Kondensationskerne) vorhanden sind. Als solcheKondensationskerne können auch freie Luftionen (besonders negative) wirken[vgl. § 212].

Der einfachste Feuchtigkeitsmesser, das Ha arhygrome ter 1von Saussure, beruht darauf, daß entfettetes Frauenhaar die Eigen-

Fig. 74.

vyQöi feucht.