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Wärmelehre.
Da Quecksilber bei —38,5° gefriert, ersetzt man es bei tiefenTemperatüren durch Weingeist, oder noch besser durch Petrol-äther, Xylol oder Pentan. Auch für hohe Temperaturen eignensich gewöhnliche Quecksilberthermometer nicht; fertigt man sie je-doch aus geschmolzenem Quarz statt aus Glas an, so kann man siebis zu 750° benutzen. Die Messung höchster Temperaturen (sog.Pyrometrie) erfordert besondere Vorrichtungen bzw. Verfahren.Man erhitzt z. B. einen schwer schmelzbaren Körper auf die zu be-stimmende Temperatur und bestimmt diese dann kalorimetrisch[§ 99]; oder man mißt die Helligkeit eines glühenden Körpers („op-tische Pyrometer") usw. — Für alle Temperaturen, sowohl hohewie niedrige, geeignet sind Metallthermometer [§ 81], Gasthermometer[s. u.], sowie Thermoelemente [§ 184]. — Um die höchsten bzw. nie-drigsten Temperaturen während eines bestimmten Zeitraumes an-zuzeigen, dienen die Maximum- und Minimumthermometer.
Eine für meteorologische Zwecke gebräuchliche Konstruktion derselbenzeigt z. B. Fig. 71. In dem schraffierten Teile des Apparates ist Weingeist,dazwischen ein Quecksilberfaden. Über beiden Enden des letzteren befindetsich je ein mit federnden Glasfäden versehener Eisenstift, andem zwar der dünnflüssige Weingeist, aber nicht das dickflüssigeQuecksilber vorbei kann. Steigt also auf der einen Seite dasQuecksilber (was rechts bei Erwärmung des Weingeistes imThermometergefäß T, links bei Abkühlung desselben erfolgt), soschiebt es den betr. Eisenstift vor; fällt das Quecksilber, sobleibt der Stift an seiner Stelle liegen. Das untere Ende desrechten Stiftes zeigt somit die höchste, das des linken die nied-rigste Temperatur während einer bestimmten Zeit an. Die Zurück-führung der Stifte an die Enden des Quecksilberfadens erfolgt, mitHilfe eines Magneten.
Bei den medizinisch verwendeten Maximumthermometern(Fieberthermometern), die gewöhnlich mit Quecksilber gefülltsind, besitzt die Kapillare unten eine Verengerung. Diese hindertnicht die mit großer Kraft erfolgende Ausdehnung des Quecksil-bers ; dagegen reißt bei der Abkühlung an dieser Stelle der Queck-silberfaden ab, weil sich nur der untere Teil zusammenzieht,während der obere Teil die Verengerung nicht passieren kann. Bei einer an-deren Konstruktion ist der obere Teil des Quecksilberfadens durch ein Luft-bläschen von dem übrigen Quecksilber getrennt und wird beim Steigen desQuecksilbers vorgeschoben, während er beim Fallen an der erreichten Stelleliegen bleibt: Nach Gebrauch wird durch Schütteln der abgetrennte Teil zurück-gebracht.
Pur manche Zwecke sind den Flüssigkeitsthermometern die Gas-thermometer vorzuziehen. Dieselben sind sehr empfindlich undgenau, da Gase sich stark und dabei gleichmäßig ausdehnen; auchkönnen sie für alle Temperaturen benutzt werden. Sie dienen haupt-sächlich für wissenschaftliche Untersuchungen, während sie für diePraxis nicht in Betracht kommen, da die Temperatur nicht einfach
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Fig. 71.