Ausdehnung durch Wärme.
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dehnt es sich wieder aus. Diese Eigenschaft ist sehr wichtig für dieim Wasser lebenden Organismen, da sonst stillstehende oder lang-sam fließende Gewässer bis auf den Grund gefrieren würden. Soaber kühlt sich die oberste Schicht bis auf 4° ab und sinkt infolgeihrer größeren Dichte und Schwere nach unten. Die wärmeren Schich-ten steigen- herauf und werden auch allmählich abgekühlt. Schließ-lich bleiben die kälteren Schichten oben, ebenso wie das Eis, welchesspezifisch noch leichter als Wasser von 0° ist und somit eine schützendeDecke bildet. Dies gilt aber nur für stehende Gewässer, da strömendesWasser sich auch auf 0° und darunter abkühlen kann, ohne zu gefrieren.In diesem Falle kann durch Berührung mit dem Boden sogenanntesGrundeis entstehen. — Manche feste Körper zeigen ebenfalls beiTemperatur zunähme eine Zusammenziehung (allerdings nui in be-stimmter Richtung), z. B. gedehnter Kautschuk und Jodsilber.
§ 85. Thermometer. Da die Ausdehnung der Körper durch dieWärme proportional der Erwärmung erfolgt, dient sie zur Tem-peraturmessung. Gewöhnlich benutzt man Quecksilberthermo-meter, da Quecksilber sich ziemlich regelmäßig ausdehnt [vgl. § 81scheinbare Ausdehnung]. Ein gewöhnliches Thermometer bestehtaus einem Gefäß mit Quecksilber und einer damit verbundenen luft-leeren, kapillaren Röhre, neben der eine Skala angebracht ist. DieRöhre wird bei der Herstellung zugeschmolzen, nachdem durch Kochendes eingefüllten Quecksilbers alle Luft vertrieben ist. Als Funda-mental- oder Fixpunkte wählt man gewöhnlich den Gefrierpunktund Siedepunkt des Wassers 1 . Oberhalb des Gefrier- oder Eispunktes,der mit 0 bezeichnet wird, gibt das Thermometer Wärmegrade an,unter demselben sog. Kältegrade [vgl. § 83]. Als Empfindlichkeitdes Quecksilberthermometer§ bezeichnet man die Längenverschie-bung des Quecksilberfadens für 1° Temperaturerhöhung. Den Ab-stand zwischen beiden Fundamentalpunkten teilte REAUMURin 80 Grade,Celsius in 100; letztere Einteilung ist jetzt allgemein üblich.) Nur inEngland und seinen Kolonien gebraucht man die Einteilung nachFahrenheit. Hier wird als Nullpunkt die Temperatur einer bestimm-ten Mischung Von Kochsalz, Schnee und Salmiak angenommen; vonhier bis zum Gefrierpunkt des Wassers sind 32 Grad, von diesem biszum Siedepunkt des Wassers 180, im ganzen also J212 Grad.
Folgende Tabelle dient zur Umrechnung:
(C) = i n° (B) = | n° + 32° (F)
n" (U) == f n" (U) = -| n°
n o (R) = | n° (C) = £ n° + 32° (F)
n" (F) = | (»» —32°) (C) = \ (n° — 32°) (B).
1 Genauer: Die Temperaturen des schmelzenden Eises und der Dämpfedes (bei 760 mm Druck) siedenden Wassers, weil diese konstant sind, währenddas, ja nicht immer reine, Wasser eventuell eine Gefrierpunktserniedrigungbzw. Siedepunktserhöhung zeigt [§§ 89, 90].