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Akustik.
Fig. 63.
die Stimmgabel, ein U förmig gebogener Stahlstab mit zweiparallelen Schenkeln (Zinken). Am einfachsten schwingt sie mit zweiKnotenpunkten, die dicht aneinander liegen, und zwar so, daß beideZinken zusammen entweder nach innen oder nach außenschwingen (Fig. 63).
Auch Platten, Glocken und gespannte Membranenkönnen durch (transversale) Schwingungen Töne geben. Hiersind die verschiedenen Knotenpunkte zu Knotenlinien ver-bunden. Bestreut man daher Platten mit einem feinen Pul-ver, so bleibt es nur an den nicht schwingenden Stellen, den\^Sl Knotenlinien, liegen, und es entstehen die CHLADNischenKlangfiguren.
Vielfach werden auch Luftsäulen als Tonquellen be-nutzt, die in stehende longitudinale Schwingungen versetzt werden.Bei den Pfeifen geschieht dies durch Anblasen.
a) Bei den Lippenpfeifen (Fig. 64), zu denen die Querpfeifenund meisten Orgelpfeifen gehören, dringt die durch c eingeblaseneLuft durch einen schmalen Spalt a und stößt dann auf einescharfe Kante, die „Lippe", b; ein Teil von ihr geht nachdem Pfeifenrohr p und wird hier am oberen Ende reflektiert,so daß eben stehende Longitudinalwellen (Verdichtungen undVerdünnungen) und somit Töne entstehen [vgl. § 70]. Das-jenige Ende einer Pfeife, an dem sie angeblasen wird, istnatürlich immer offen. Je nachdem auch das andere Endeoffen oder geschlossen ist, spricht man von offenen und) gedeckten (gedackten) Pfeifen. Auch bei offenen Pfeifenkommt es am oberen Ende zu einer Reflexion, somit zurBildung stehender Wellen, da zwischen der Luft in der Pfeifeund der freien Luft ein Dichtigkeitsunterschied vorhandenist [§63]. Die Tonhöhe ist der Länge der Pfeifen umgekehrtproportional. Da nun an dem verschlossenen Ende einer Röhrestets ein Knotenpunkt [§ 69], am offenen Ende ein Schwin-gungsbauch sein muß, hat bei der einfachsten Schwingungsarteine offene Pfeife in der Mitte einen Knoten, eine gedecktePfeife am geschlossenen Ende einen Knoten, am offenen einenBauch. Man kann sich also eine offene Pfeife aus zwei ge-deckten Pfeifen von der halben Länge zusammengesetzt den-ken (Fig. 65). Eine gedeckte Pfeife, die denselben GrundtonFig. 65. (d. h. den bei einfachster Schwingungsart entstehenden tief-sten Ton) geben soll wie eine offene Pfeife, muß halbso lang sein wie diese; oder anders ausgedrückt, der tiefste Toneiner offenen Pfeife ist die Oktave des Grundtons einer ebenso langengedeckten Pfeife. Durch stärkeres Anblasen geben Pfeifen auch die
Fig. 64.