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Mechanik.
dadurch unterscheiden, daß Gase schon bei gewöhnlicher Temperaturluftförmig sind, Dämpfe erst bei erhöhter Temperatur [vgl. § 95].Luftförmige Körper sind ohne bestimmtes Volumen und ohne bestimmteGestalt; sie haben das Bestreben, sich auszudehnen und jeden ge-gebenen Raum als homogene Masse auszufüllen. Das erklärt man durchdie Annahme, daß die Moleküle sich gegenseitig nicht anziehen, sondernim Gegenteil eine geradlinige, fortschreitende Bewegung besitzen, bissie aneinander oder an die Wand anprallen (sog. kinetische Gas-theorie). Die Gesamtheit der die Wand treffenden Stöße der Mole-küle äußert sich als Druck des Gases gegen die Wand. Da die Größeder Molekel gegenüber den Intermolekularräumen verschwindend kleinist, so sind nach der Hypothese von Avogadro in gleichen Voluminavon Gasen bei gleichem Druck und gleicher Temperatur die gleicheAnzahl Moleküle enthalten. Gase und Dämpfe haben mit Flüssig-keiten das gemein, daß ein Druck in ihnen allseitig fortgepflanzt wird,daß sie infolge ihres Gewichts einen bestimmten Druck auf den Bodenausüben, der allerdings gewöhnlich sehr klein ist, und daß ein Körperin ihnen so viel an Gewicht verliert, als das gleiche Volumen des be-treffenden Gases wiegt. Sie unterscheiden sich aber dadurch vonihnen, daß sie sehr leicht kompressibel sind, und daß abgeschlossene,nicht zu große Gasvolumina auf alle Wände des Gefäßes an allenStellen gleichen Druck ausüben. Letztere Tatsache findet ihre Er-klärung darin, daß die Moleküle fortwährend an die Wände des Ge-fäßes anprallen.
§ 46. Luftdruck. Daß luftförmige Körper auch der Schwereunterworfen sind, erkennt man wegen ihrer geringen Dichte (11 Luftwiegt z. B. ca. 1 g) nur bei großen Gasmassen, z. B. bei der Atmo-sphäre 1 . Diese ist im wesentlichen ein Gemenge von 80% Stick-stoff und. 20% Sauerstoff und hat eine Höhe von ca. 150 km. Diegroße Bedeutung des Luftdrucks erkannte zuerst Torriceixi, indemer auf ihn die Erscheinung zurückführte, daß Wasser in luftleereRäume eindringt. Vorher hatte man angenommen, dies geschehe,weil die Natur keine leeren Räume dulde (horror vacui). Um zuzeigen, daß doch ein Vakuum vorkommt, füllte er eine am oberen Endegeschlossene 1 m lange Röhre mit Quecksilber und stülpte sie in einebenfalls mit Quecksilber gefülltes Gefäß um; hierbei fiel zuerst dasQuecksilber in der Röhre, blieb dann aber in einer Höhe von 76 cmstehen; darüber ist ein luftleerer Raum (Torricellis Vakuum).Der Luftdruck, der von oben auf das Gefäß drückt, hält also der76 cm hohen Quecksilbersäule in der Röhre das Gleichgewicht. Mansagt dann: der Luftdruck beträgt 76 cm Quecksilber. (Da Wasser
1 Die die Erde umgebende Luft, von druös Dunst, oyaioa Kugel.