Gesetze der flüssigen Körper.
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sungen. Hierunter versteht man eben Lösungen, deren osmotischerDruck gleich ist, während man eine Lösung hypertonisch bzw.hypotonisch nennt, deren osmotischer Druck größer oder kleinerist als der einer anderen Lösung.
Der osmotische Druck hängt nach van't Hoff nicht von derNatur der halbdurchlässigen Membran, wohl aber von der chemischenBeschaffenheit der Lösung ab und ist ferner direkt proportional derenKonzentration und Temperatur. Bei hinreichender Verdünnung habenalso äquimolekulare Lösungen, die mit gleichen Volumina desselbenLösungsmittels hergestellt sind, bei gleicher Temperatur den gleichenosmotischen Druck; und zwar ist dieser (von den Molekülen aus-geübte) osmotische Druck gleich dem Druck eines Gases von gleicherTemperatur, das in gleichen Raumteilen ebensoviel Moleküle enthältwie die Lösung Moleküle gelösten Stoffes (van't Hoppsche Gesetze).[Vgl. § 185 Anm.].
Der osmotische Druck läßt sich also bei bekannter Temperatur aus dem.Molekulargewicht berechnen. Bezeichnet man als Gramm-Molekel oder; Mol eine solche Anzahl Gramm, die dem Molekulargewicht der betreffenden.Substanz entspricht (also z. B. 2 Gramm Wasserstoff, 32 Gramm Sauerstoff,28 Gramm Stickstoff usw.) so haben offenbar alle Gramm-Molekel gleichvielMoleküle. Da nun nach AVOGADRO auch gleichgroße Volumina der Gase gleich-viel Moleküle enthalten [§ 45], so folgt zunächst der Satz: Die Gramm-Moleküleder Gase besitzen bei gleichen Druck- xmd Temperaturverhältnissen alle das-selbe Volumen. Was für Gase gilt, gilt aber nach VAN'T HOFF auch, für verdünnteLösungen [s. o.] Da nun 1 Mol Wasserstotf bei 0° und 760 mm Druck das Vo-lumen von 22,-1 Liter besitzt, muß auch jedes andere Mol eines Gases bzw.einer Substanz in sehr verdünntem Lösungsmittel das g'eiche Volumen ein-nehmen. 1 Mol Rohrzucker z. B. (0 1 ,H 22 O 11 ) wiegt 342 Gramm. 1 Gramm
22,4Rohrzucker würde daher in Gasform bei 0° und 760 mm Druck „,„ Liter =
342
-85,5 Kubikzentimeter ausfüllen. Löst man dagegen 1 Gramm Rohrzucker in
100 Gramm Wasser auf, so beträgt das Volumen dieser Lösung bei 0° und 760 mm
Druck 100,6 Kubikzentimeter. Zur Berechnung des osmotischen Druckes
dient nun das BOYLE-MARIOTTBsche Gesetz [§ 48], das auch für verdünnte
Lösungen gilt. Bs verhält sich also der (osmotische) Druck in der Lösung zum
Druck des Dampfes umgekehrt wie die entsprechenden Volumina, a;:760 =
■65,5:100,6. Der osmotische Druck in der 1% Zuckerlösuug beträgt somit bei
0° x — ■ -----—— = zirka 495 mm Quecksilber. Bei i" beträgt er nach dem
100,6
495. TGAY-LUäSACschen Gesetze [§ 83] — ö—" - . — Umgekehrt läßt sich auch aus dem
•osmotischen Druck einer Lösung das Molekulargewicht der gelösten Substanzberechnen [vgl. auch § 89].
D. Gesetze der luftförmigen Körper.
§ 45. Grundeigenschaften. Die luftförmigen Körper oder gas-förmigen Flüssigkeiten teilt man ein in Gase und Dämpfe, die sich