Druckschrift 
2 (1906) Hydriert-cyklische Verbindungen; Kohlenwasserstoffe
Entstehung
Seite
585
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Sesquiterpen des Kessowurzelöls, des Lavendelöls, im Linaloööl

585

der ein Diterpen in diesem Öl vermutete, führten nicht dazu, den hoch-siedenden Kohlenwasserstoff zu charakterisieren. Erst in allerletzter Zeitkonnte dies durch Fichter u. Katz (B. 32 [1899], 3183) geschehen. Diechemischen Reaktionen des Humulens sind demnach im wesentlichen inden letzten 10 Jahren studiert worden, indem Chapman die zum Teilschön kristallisierenden Anlagerungsprodukte mit NOC1, N 2 0 3 , N 2 0 4 dar-stellte, ehenso später Fichter und Katz; alsdann stellten Kremers,Schreiner und James 1898 die analogen Verbindungen aus dem Caryo-phyllen dar, die den Unterschied dieses Sesquiterpens vom Humulenscharf hervortreten ließen, den Chapman bereits betont hatte.

236. Sesquiterpen C 15 H 24 des Kessowurzelöls.

Vorkommen, Isolierung usw. Das Kessowurzelöl [Valeriana offici-nalis L. var. angustifolia Miqu.) liefert nach Bertram und Gildemeister(Ar. 228 [1890], 483) eine Fraktion, die von 260280° siedet, farblosist und Sesquiterpengeruch besitzt; ein Hydrochlorid wurde aus ihr nichterhalten. Es muß dahingestellt bleiben, ob dieses Sesquiterpen zu demblauen Bestandteil, welcher sich ebenfalls in dem Ol befindet, in naherchemischer Beziehung steht.

237. Sesquiterpen C 15 H 24 des Larendelöls.

Vorkommen, Isolierung usw. In dem Lavendelöl [Lavandula vera)finden sich außer den sauerstoffhaltigen Bestandteilen auch Sesquiterpene.Summier und Tiemann (B. 25, 1187) gewannen aus englischem Lavendelöleine kleine Fraktion vom Siedepunkt der Sesquiterpene: Sdp. 15 = 130°.Es ist möglich, daß die Opaleszenz, die bei der Verdünnung des Lavendelölsmit verdünntem Alkohol auftritt, von dem Sesquiterpen herrührt.

238. Sesquiterpen C 15 H 24 im Linaloeöl.

Vorkommen, Isolierung usw. Aus dem mexikanischen Linaloeölkonnten Barbier und Bouyeault (C. r. 121, 168) eine Fraktion isolierenvom Sdp. 10 = 130140°, welche nach wiederholter Behandlung mitmetallischem Natrium schließlich den Sdp. 10 = 135136° zeigte. Analyseund Molekulargewichtsbestimmung deuteten auf ein Sesquiterpen hin; dader Kohlenwasserstoff vier Atome Brom absorbierte, so dürfte er ev. zweidoppelte Bindungen enthalten. Die Menge des Sesquiterpens beträgt zu-weilen 3 °/ 0 , vielfach ist aber noch weniger vorhanden.

ȀU?