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2 (1906) Hydriert-cyklische Verbindungen; Kohlenwasserstoffe
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Sesquiterpene: Physiologische und chemische Eigenschaften

Cadinen. Der Siedepunkt dürfte im allgemeinen um so niedriger liegen,je mehr Brückenbindungen vorhanden sind, natürlich immer vorausgesetzt,daß wir es mit ähnlich konstituierten Gebilden zu tun haben. Über dieFarbe ist zu erwähnen, daß die Sesquiterpene gewöhnlich farblos sind unddaß sie einen hohen Brechungsexponenten (ca. 1,5) besitzen; nur aus-nahmsweise sind einige Kohlenwasserstoffe dunkelblau gefärbt, so z. B.das Guajen, welches Wallach darstellte (A. 279, 396). Es muß dahin-gestellt bleiben, woher diese blaue Farbe rührt, der wir z. B. bei denhochsiedenden Anteilen des Kamillenöls begegnen, an welchen sie seitJahrhunderten beobachtet ist (vgl. auch Sch. 1893, I, 64 über dasätherische Ol von Achiüea coronopifolia). Wällach sagt über das Guajen:Im vorliegenden Falle ist nicht anzunehmen, daß es sich um einenblaugefärbten Kohlenwasserstoff handelt, vielmehr dürfte ein sehr oxy-dables Sesquiterpen vorliegen und die blaue Farbe auf das Entstehenkleiner Mengen eines sauerstoffhaltigen Körpers zurückzuführen sein. Dafürspricht, daß die blaugefärbten Anteile des Kohlenwasserstoffs die blaueFarbe allmählich verloren, wenn sie in geschlossenen Gefäßen mitmetallischem Natrium längere Zeit in Berührung blieben."

In physiologischer Hinsicht sind die Sesquiterpene wenig unter-sucht worden; ihr Geruch ist in ganz reinem Zustand ein sehr schwacherund dürfte vielfach durch die sehr schwer vollständig zu entfernendensauerstoffhaltigen Bestandteile modifiziert werden.

Die chemischen Eigenschaften der Sesquiterpene wechseln jenach der Anzahl der vorhandenen Kinge mit doppelten Bindungen. DieSesquiterpene erleiden für sich erhitzt bei höherer Temperatur ähnlicheVeränderungen wie die Terpene. So erhält man aus dem Cedren Benzol,Toluol, Naphtalin, Anthracen und andere Kohlenwasserstoffe. Beduk-tionsversuche sind direkt mit den Sesquiterpenen wenig ausgeführtworden. Semmlee (B. 36, 1037) ließ Natrium in alkoholischer Lösungauf Caryophyllen einwirken, um ev. benachbarte doppelte Bindungen usw.nachzuweisen; es gelang jedoch auf diese Weise nicht, hydrierte Produktezu erhalten. Dagegen ist man auf Umwegen zu hydrierten Sesqui-terpenen gekommen. So erhielt Wallach (A. 271, 295) durch Reduktiondes Cadinendichlorhydrats mit Jodwasserstoffsäure einen KohlenwasserstoffC 15 H 38 . Es ist jedoch fraglich, ob dieser Kohlenwasserstoff noch dasselbeKohlenstoffskelett wie das Cadinen selbst enthält, da bei der Einwirkungder Jodwasserstoffsäure Umlagerungen nicht ausgeschlossen sind. Fernererhielt Wallach aus dem Jodid des Caryophyllenhydrats C 15 H 25 J einenKohlenwasserstoff C 30 H 60 (A. 271, 293). Semmlee (B. 36, 1037) reduzierteCaryophyllenhydrat mit Zinkstaub bzw. das Chlorid mit Natrium undAlkohol und gewann das Dihydroisocaryophyllen C 15 H 26 .

Die Anlagerung von freien Halogenen ist nicht mit solchem Er-folg bei den Sesquiterpenen ausgeführt worden, wie bei den Terpenen;dagegen erhält man mit Halogenwasserstoffsäuren gut kristallisierteProdukte, so aus dem Cadinen, Limen usw. Die Wasseranlagerung führtin einzelnen Fällen, wie beim Caryophyllen, zu einem gut kristallisierten

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