i ifis
Sesquiterpene: Vorkommen und Abscheidung
523
Gelegentlich der Besprechung der übrigen Sesquiterpene wird aufihre Zugehörigkeit zu der einen oder anderen Gruppe Rücksicht genommen■werden. Die physikalischen Daten, namentlich das Volumgewicht undder Brechungsexponent, zeigen in den einzelnen Gruppen mehr oderweniger Übereinstimmung, genau so wie wir Regelmäßigkeiten unter denTerpenen beobachtet haben. Das Volumgewicht der Glieder der tetra-cyklischen Gruppe dürfte um 0,95, jenes der tricyklischen um 0,935, derbicyklischen um 0,910, das der monocyklischen um 0,875, das der ali-phatischen um 0,85 liegen; je nach dem Volumgewicht schwankt auch derBrechungsexponent. Über den Siedepunkt ist zu bemerken, daß dieserauch bei den Sesquiterpenen mit Anhäufung der Ringe fallen dürfte, daßdagegen mit Zunahme der doppelten Bindungen ein Ansteigen statthat.Jedoch lassen sich hierüber keine Regeln aufstellen, da es ganz auf dieArt der Kingsysteme ankommt; wir machen die stillschweigende Voraus-setzung, daß alle Sesquiterpene in bezug auf die Ringsysteme nahe verwandtsind und sie alle mehr oder weniger leicht ineinander übergehen können.
Über das Vorkommen der Sesquiterpene in der Natur läßt sichim allgemeinen angeben, daß kryptogame und phanerogame, unter diesensowohl gymnosperme, als auch angiosperme Pflanzen Öle liefern, dieSesquiterpene enthalten. Bei den Terpenen hatten wir gesehen, daß siehäufig mit Alkoholen, Estern bzw. Ketonen zusammen vorkommen, zu denensie in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen stehen: ich erinnere anLimonen und Carvon, Sabinen und Sabinol usw. Es ist leicht möglich, daßauch die Sesquiterpene mit den sog. Sesquiterpenalkoholen C 15 H 26 0 usw.verwandt sind und mit ihnen vergesellschaftet auftreten; in einzelnen Fällenist der Nachweis bereits geführt worden.. In den Pinaceen findet sich haupt-sächlich Cadinen, namentlich in den Nadeln, aber auch das Cedren kommtvor, so im Holz von Juniperus virginiana; im übrigen wird das Cadinenvon Pflanzen geliefert, die über das ganze Pflanzenreich verbreitet sind.Dasselbe Verhalten nehmen wir bei den übrigen Sesquiterpenen wahr,insofern als ihr Vorkommen an keine bestimmte Familie gebunden ist, sodaß keine Gesetzmäßigkeiten nach dieser Richtung hin haben festgestelltwerden können. Im allgemeinen scheint das Cadinen die größte Verbreitungzu besitzen, alsdann das Caryophyllen, so daß diese beiden gewissermaßendem Limonen der Terpenreihe in bezug auf Verbreitung entsprechen; essind dies bicyklische Sesquiterpene mit zwei doppelten Bindungen.
Quantitativ treten die Sesquiterpene als Bestandteile einzelner äthe-rischer Öle sehr hervor, so daß sie zusammen mit Sesquiterpenhydrat-verbindungen vielfach das ganze Öl ausmachen, so im Cubeben- undCopaivabalsam-, Cedernholz-, Gurjunbalsam-, Ingweröl usw.
Die Abscheidung der Sesquiterpene aus den Rohölen ist analogjener bei den Terpenen, indem zunächst sorgfältig fraktioniert werdenmuß; alsdann geschieht die weitere Reinigung am besten durch Destillationüber metallischem Natrium im Vakuum, eine Operation, durch welche be-sonders die beigemengten sauerstoffhaltigen Verbindungen zerstört werden.Auch die weitere Reindarstellung auf chemischem Wege läßt sich wie bei