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Pharmakologisches und Therapeutisches über die Maxquelle, die Arsenquelle des Bades Dürkheim
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Kohlensäuregehalt der Maxquelle ist ein massiger, doch darf sie immerhinnoch „Säuerling" genannt werden. Nach ihrer Temperatur von 19,5° C.ist sie zwar keine Therme, muss aber doch geologisch als „warm" oderlau bezeichnet werden, da die durchschnittliche Jahreswärme des Orteserheblich unter ihrer Temperatur liegt.

Von hohem Interesse sind die Veränderungen, die das Wasser er-leidet, wenn es eine Zeitlang der Luft exponiert wird. Es findet dannnämlich durch Vermittelung der kleinen von etwas Mangan begleitetenFerrokarbonatmenge eine Sauerstoffaktivierung statt, so dass der gesamteArsengehalt zu Arsenaten oxydiert wird. Theoretisch nicht minder interessantals praktisch wichtig; denn zugleich setzt sich ein Sedimentsinter ab,der den ganzen Arsengehalt beherbergt, so dass das nach beendeter Ab-scheidung klar abgegossene Wasser völlig arsenfrei ist. Der Sedimentsinterbesitzt den enormen Arsengehalt von 10,7% As 2 O s (!), und ist damit dasarsenhaltigste unter allen bisher genauer bekannten natürlichen Quell-sedimenten. Da aus 50 Litern der Quelle etwa 10 gr. Sediment = 1 gr. As^ 0 3entstehen, so liefert sie in 12 Stunden ca, 1 Ko. As 2 0 3 , also am Tageca. 2 Ko. Arsenik! Das ergibt in einem Jahre rund 700 Ko. Arsenik*),und man könnte fast Bedenken dagegen tragen, dass die vor dem Gradierenabgeschiedene Sintermenge einfach fortgeworfen oder durch einen Bachabgeschwemmt wird.

Das unter Luftabschluss abgefüllte Wasser bleibt übrigens in ver-schlossenen Fläschchen dauernd klar haltbar, was für die Kur mit demversendeten Wasser selbstverständlich von grosser Bedeutung ist.

Das Sediment enthält ausserdem Eisen und Mangan (als Mn s 0 4nach Ebler 1 ), Calcium, Magnesium. Strontium, Aluminium, Antimon undbesteht etwa zur Hälfte aus Kieselsäure. Von hohem Interesse ist dervon Ebler und Fellner 15 ) geführte Nachweis, dass das Sediment relativsehr reich an Kalium ist. Die kolloiden Substanzen, hier besonders dieKieselsäure, adsorbieren das Kalium viel reicher als das Natrium, ein Ver-halten, das nicht nur für die Agrikulturchemie, die Anreicherung des Humusmit Kalium bei natürlicher und künstlicher Kaliumdüngung, sondern auchfür die Biologie von höchster Bedeutung ist; denn von den beiden Alkali-metallen findet sich das Natrium vorherrschend in den Körperflüssigkeiten,das Kalium aber in den Zellen und Fasern der Gewebe. Ebenso adsorbierendie Kolloide das in der Quelle enthaltene Radium etc. Nach jenen Unter-suchungen ist übrigens zwischen der Radioaktivität des Quellwassers, derQuellgase und des Sediments wesentlich zu unterscheiden, Gerade dieRadioaktivität des Sediments ist so bedeutend, dass es auch in derHinsicht zu den stärksten zählt, und es ist daher durchaus begründet, dassman auch das Sediment zur Kur heranzuziehen gesucht hat.

Die nach der Ausscheidung des Kochsalzes gewonnene Mutterlaugeist reich an Kalium, Lithium etc, einerseits und an Bromiden andererseits,Sie zählt zu den wertvollsten ihrer Art und kann selbstverständlich auchmit Erfolg zur Badekur mitverwendet werden. Der Hauptsache nach be-

*) Wenn Ebler 11 ) auf Grund der eigenen Berechnungen angibt, in den 50 Jahrenseit ihrer Erbohrung hätte die Maxquelle 700 Ko. Arsenik geliefert, so ist dabei augen-scheinlich aus Versehen das Wort „jährlich" ausgefallen. In den 50 Jahren hätte sie700 Zentner Arsenik gespendet. Von dem Arsengehalt des Wassers ausgehend kommtman annähernd zu der gleichen Zahl.)