Pharmakologisches und Therapeutisches
über die Maxquelle,die Arsenquelle des Bades Dürkheim
Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Erich Harnack,
Direktor des pharmakologischen Institut! zu Halle a. S. X
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Zu den allerältesten, heilkräftigsten und zugleich gefährlichstenmineralischen Arzneimitteln zählt das Arsen. Seine therapeutische Wert-schätzung war immer eine hervorragende, ist aber in der Gegenwart be-kanntlich gewaltig gestiegen, nachdem man nicht nur seine Wirksamkeitauf unsere eigenen Körpergewebe, sondern auch seine Brauchbarkeit gegefilebende Krankheitserreger (Amöben, Spirochaeten etc.), also seine organo-trope und ätiotrope Bedeutung erkannt hatte. Heutzutage gibt es kaumein zweites Heilmittel, das so im Vordergrund des allgemeinen Interessesstände, wie gerade das Arsen in seinen verschiedenen Präparaten. Aufdie Präparate kommt es, zumal bei einer so giftigen Substanz, ungemeinviel an, denn fast alle, die man bisher gebraucht hat, zeigten auch ihr«Schattenseiten. Unterscheiden lassen sich: die schon seit langer Zeit be-nutzten, einfachen unorganischen Verbindungen (Acidum arseni-cosum, Liquor Kalii arsenicosi), ferner die arsenorganischen Verbiß'düngen (Kakodyle, Atoxyl, Ärsacetin, Salvarsan etc.) und die arsen-reicheren natürlichen Mineralquellen. Man könnte zwarmeinen, dass in den letztgenannten lediglich die ersten gelöst enthalte»sind, beides somit identisch ist, aber praktisch betrachtet macht es docheinen erheblichen Unterschied, Die Präparate der ersten Gruppe lasse®zwar die genaueste Dosierung zu, was keine unwichtige Sache ist, aberbei der Kur treten leicht Affektionen des Magens und Darmes, sowi«sonstige unliebsame Erscheinungen ein, die zum frühzeitigen Abbrechender Kur nötigen. Unter den arsenorganischen Verbindungen wurden dieKakodyle (Arsenalkyle) zuerst entdeckt und bekannt, sind aber zur arznei-lichen Anwendung nicht geeignet. Neuerdings hat der ätiotropen Wir-kungen wegen das Salvarsan das grösste Interesse auf sich gelenkt, nach-dem Atoxyl und Ärsacetin vorausgegangen waren. Alle diese Verbindungenv/irken als Arsen erst nach der Zerstörung des organischen Anteils,die schneller oder langsamer erfolgen kann. Bei den Kakodylen geschiehtsie im Körper des Menschen zuweilen so rasch und plötzlich, dass dieschlimmsten Folgen eintreten können und z. B. ein Kliniker wie v.Noorden 9 )auf das entschiedenste vor arzneilichen Kakodylatinjektionen warnt. Leidersind auch die modernen arsenorganischen Mittel keineswegs als ganzharmlos zu bezeichnen, da es bei ihrer Anwendung nicht so leicht ist,ihre Wirkungen nur auf die ätiotropen zu beschränken und sicher zu
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